Interview mit Christian Pfundtner zum bevorstehenden Berliner Expertenseminar "PostgreSQL für Oracle DBAs"

  • Erstellt von Marcos López
  • Datenbank

Am 26. & 27. April 2021 eröffnet der Experte aus Österreich die diesjährige Seminar-Reihe der DOAG. Wir haben ihn dazu befragt.

Christian Pfundtner (OCM, ACE) hält seit Mitte der 1990er als geschätzter Experte diverse Schulungen im Oracle-Datenbank-Umfeld. Sein Focus liegt dabei auf High-End-Schulungen (Performance Tuning, Cluster, HA u.v.a.m.). Seinem neuen Steckenpferd PostgreSQL widmet er sich bereits seit drei Jahren. Marcos López sprach mit dem Österreicher.

Herr Pfundtner, an wen richtet sich das Berliner Expertenseminar am 26. und 27. April 2021?

Dieses Expertenseminar richtet sich an alle Oracle-Administratoren, -Architekten und -Entwickler, die sich auch mit PostgreSQL beschäftigen wollen/sollen.

Wodurch hatten Sie die Idee für dieses Expertenseminar?

Wir betreuen über 200 Kunden mit dem Schwerpunkt auf Oracle-Datenbanken, allerdings gibt es kaum einen Kunden, der nicht auch andere Datenbanken wie MS SQL, MySQL, MariaDB und eben auch Postgres einsetzt. Da uns mehrere Kunden gefragt haben, ob wir sie auch bei anderen Datenbanken – speziell bei Postgres – unterstützen können, haben wir uns entschlossen hier einen Schwerpunkt zu setzen. Unsere Kunden besitzen alle Oracle Know-how, daher war die Idee für ein Expertenseminar und Workshop "Postgres für Oracle DBAs" naheliegend.

Welche Vorteile hat es, an diesem Expertenseminar teilzunehmen?

Die verschiedenen relationalen Datenbanken unterscheiden sich in vielen Bereichen der Architektur, der Benennung von Strukturen und dem allgemeinen Aufbau. Natürlich kann man beim Kennenlernen einer anderen Datenbank bei NULL beginnen – die Lernkurve ist aber viel steiler, wenn man ein direktes Mapping auf etwas Bekanntes bekommt. Dadurch versteht man vieles schneller und tut sich auch deutlich leichter, als wenn man sich die funktionalen Ähnlichkeiten erst selbst erarbeiten muss.

Welche Voraussetzungen soll man mitbringen, um von diesem Expertenseminar zu profitieren?

Am besten ist es, wenn man grundlegendes Oracle-Administrations-Know-how mitbringt. Es reicht aber auch, wenn man sich mit den Begrifflichkeiten wie Listener, Instance, Hintergrundprozesse, SGA, Database, Tablesapce etc. auskennt. Wichtig ist es, die Begrifflichkeiten und Funktionalitäten bei Oracle zu kennen, damit das Mapping auf Postgres leichter fällt. Wir erklären aber die Funktionen auch so, dass man auch ohne Oracle-Know-how versteht, worum es geht.

Es handelt sich um ein Expertenseminar, es gibt also keine praktischen Übungen?

Ja, das ist richtig. Wir haben das ganze allerdings als speziellen Workshop entwickelt. Die Teilnehmer bekommen neben den Unterlagen auch noch Übungsanleitungen, damit Sie das Gelernte im Anschluss gleich ausprobieren können. Sollten dabei Fragen entstehen, helfe ich auch gerne weiter.

Dies ist nicht das erste Expertenseminar für die DOAG. 2016 lautete es "Oracle Flex RAC und ASM". Wie hat sich seitdem das IT-Universum verändert und was hat sich insbesondere in der Datenbank-Welt getan?

Speziell im Oracle-Datenbank-Umfeld merkt man ganz stark, dass hier an allen Ecken und Enden auf Kosten geschaut wird. Angefangen bei den Schulungen für die Mitarbeiter, die jedes Jahr weniger werden, über Konsolidierungsprojekte, bei denen die Server massiv überbucht werden, nur um Oracle-Lizenzkosten zu sparen, und letztendlich auch in der 'Flucht' der Kunden von Oracle zu anderen Datenbanken wie PostgreSQL oder MariaDB. Der Anteil der Kunden, die neben Oracle noch andere Datenbanken einsetzen, wächst von Jahr zu Jahr, wobei der treibende Faktor in der Regel die Hoffnung auf Kostenersparnis ist, die sich aber oft genug nicht wie gewünscht einstellt.

Pandemie-bedingt findet das Expertenseminar im Gegensatz zu vorangegangenen Jahren nur online statt. Wie ist das für Sie? Macht das einen Unterschied bei der Vermittlung des Wissens und hätten Sie die Teilnehmer auch gerne live getroffen?

Ich habe schon sehr viele Schulungen und Seminare online durchgeführt – auch vor Corona, beispielsweise als Trainer für Oracle Live Virtual Classrooms. Somit ist es für mich nichts wirklich Neues. Es gibt jedoch Herausforderungen auf beiden Seiten. Als Trainer bekommt man kein direktes Feedback, wie "Sind die Teilnehmer noch aufmerksam, oder wäre eine Pause sinnvoll?" oder "Haben das jetzt alle verstanden oder soll ich es nochmals anders erklären?". Als langjähriger Trainer seit Mitte der 1990er sieht man das in einem Kursraum in der Regel auf den ersten Blick. Auch für die Teilnehmer gibt es oft zusätzliche Herausforderungen, wie beispielsweise die Ablenkungen im (Home) Office, es fehlt aber auch die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Wenn die Option besteht, ziehe ich Präsenzveranstaltungen vor – leider ist das aktuell nicht möglich.

Herr Pfundtner, herzlichen Dank für das Interview.

--

Vorschau auf die kommenden Berliner Expertenseminare [online] der DOAG:

--

 Bild: Gerd Altmann, Pixabay