Anläßlich seiner Wahl unterhielt sich Martin Meyer, Redaktionsleiter des Red Stack Magazin, mit dem neuen Vorstandsmitglied über seinen Werdegang, seinen Weg zur DOAG und seine Ziele und Erwartungen für die Zukunft der Next Generation Community.
Kannst du dich kurz vorstellen und erläutern, womit du dich beruflich beschäftigst?
Ich gelte als ein sogenannter young professional. Ich habe letztes Jahr mein Studium der Informatik erfolgreich abgeschlossen, arbeitete zwischenzeitlich als Softwareentwickler und bin seit kurzem als Business Analyst bei Capgemini tätig. In meiner Studienzeit, während meiner Praktika und in meiner Freizeit habe ich persönlich viel Wert auf eine kundenorientierte Entwicklung gelegt. Ich habe Projekte bearbeitet, bei denen ich meine Kenntnisse im UX-Design anwenden konnte, um ein angenehmes Nutzerverhalten für die Anwender zu ermöglichen. Mein Aufgabengebiet entwickelte sich schnell. Ich erstellte Prototypen und Machbarkeitsstudien, um Potentiale von neuen Technologien für meine Arbeitgeber auszuarbeiten.
Wie bist du zur DOAG Next Generation gekommen?
Auf die DOAG bin ich durch einen ehemaligen Arbeitskollegen 2019 aufmerksam geworden. Ich war bei der Consulting Gesellschaft für Systementwicklung als Praktikant tätig und suchte für eine Prototypenentwicklung eine passende Datenbank. Arne Hattendorf hatte mich auf eine Aktion der NextGen aufmerksam gemacht, die es Auszubildenden, Studierenden und Schüler ermöglichte, kostenlos an einer Konferenz in Polen teilzunehmen. Ich konnte zum Glück meinen Chef überzeugen, dass es eine sinnvolle Idee sei, einen Praktikanten zu einer Konferenz ins Ausland zu schicken. Dort habe ich Rebecca Marburger, Carolin Hagemann und Tobias Arnhold kennen gelernt, welche mir die Aufgaben und Ziele erklärt haben, denen sich die NextGen verschrieben hat. Ich war sofort von der Idee überzeugt und wollte ein Teil dieser großartigen Community sein.
Was macht die DOAG und die Next Generation Community für dich aus?
Wir sind eine Gruppe von jungen an Technik interessierten Personen. Wir möchten unsere Leidenschaft an der Informatik mit anderen Interessierten teilen und Perspektiven für Neues eröffnen. Aktuell besteht die NextGen vorwiegend aus Softwareentwickelnden, welche ironischerweise nicht viel mit der Firma Oracle zu tun haben. Wir sind eine Community, die einen Anspruch auf Gestaltung hat. Wir sehen nicht nur Hersteller und Produkte. Wir interessieren uns für die Entwicklung des Vereins und für unsere Rolle in einer durch Disruptionen ständig aufgewühlten Welt.
Welche Themen sind für die Next Generation Community wichtig?
Traditionell kennt man die NextGen als die netten Konferenzbegleiter bei der DOAG Konferenz + Ausstellung oder der APEX Connect. Wir sind mit der Zeit etwas aus dieser Rolle herausgewachsen und widmen uns auch anderen Themen wie „New Work“ und Agilität. Natürlich ist uns die Nachwuchsförderung dabei besonders wichtig. Wir veranstalten sogenannte Lectures, kostenlose Seminare für Auszubildende, Studierende und Schüler. Wir möchten unsere bisherigen Kontakte zu den Hoch- und Berufsschulen weiter vertiefen und neue Kooperationen starten. Für uns ist das oberste Ziel, Perspektiven aufzuzeigen und Horizonte zu erweitern. Dafür müssen wir präsent sein und viel Zeit und Arbeit investieren. Zusätzlich versteht sich die NextGen als Plattform, auf der wir über Veränderungen diskutieren und debattieren. Uns ist wichtig, in welchem Umfeld wir arbeiten, und dieses Umfeld möchten wir auch gerne gestalten.
Welche Entwicklungen konntest du in der DOAG verfolgen?
Ich beobachte eine Öffnung der DOAG zu neuen Themen. Diese kann ich als Ex-Java-Entwickler nur gutheißen. Nicht nur in meinen Freundeskreisen verliert Oracle an Bedeutung und Prestige. Unabhängig davon, was von den Produkten zu halten ist, steht meist ihre Lizenzstrategie in der Kritik. Aufgrund der immer größer werdenden Konkurrenz zu Oracle-Datenbaken sinkt die Bedeutung der Firma relativ. Viele junge Softwareentwickelnden setzten daher auf andere Datenbanken. Das ganze Thema geht mit Java auch noch weiter. Mittlerweile neigt man sogar dazu, das Oracle Java SDK gegen ein anderes SDK von Fremdanbietern auszutauschen. Wenn wir die jungen Entwickler nicht verlieren wollen und sie uns wohlgesonnen bleiben sollen, sollten wir mit dem Kurs der Öffnung der DOAG weiter fortfahren. Dabei sollten wir aber nicht unsere alten Themen aufgeben, sondern uns neue aneignen.
Welche Veränderungen erwartest du in der Zukunft?
Wir sehen aktuell ein großes Potential bei den Themen in der Cloud Native Community. Das Interesse für neue Themen in der DOAG ist prinzipiell da. Wenn wir als DOAG in 15-20 Jahren noch bedeutend sein wollen, dann müssen wir uns auch als der Verein für Softwareentwickelende verstehen. Ich bin nicht dafür, unsere traditionellen Themen über Bord zu werfen. Wer soll diese noch vertreten, wenn nicht wir? Wir werden uns thematisch diverser aufstellen müssen, damit wir nicht den Puls der Zeit verlieren. Wir leben in einer Zeit, wo Veränderungen immer schneller und intensiver werden. Wir müssen uns anpassen, sonst haben wir als Verein bald niemanden mehr, den wir vertreten können.
Wie nimmst du die Entwicklung der DOAG und ihrer Next Generation Community wahr und was wünschst du dir für die Zukunft?
Die DOAG entwickelt sich in die richtige Richtung. Ich bin zuversichtlich, dass wir als Verein neue Themenfelder erschließen können und den Wandel gestalten werden. Die NextGen Community wird ihren Beitrag dazu leisten. Gemeinsam werden wir uns gegenseitig Impulse geben, damit wir als Community und als Verein immer attraktiver werden.
Besuchen Sie auch den Vortrag "User Experience – Das Tor zum Menschen" von Stephan Tönnies auf der DOAG 2021 Konferenz + Ausstellung Online am Donnerstag, den 18.11.21 von 10:00 – 10:40 Uhr im Raum Riga.


