JavaLand 2022 Top-Speaker Interviews, Teil 3: Susanne Braun, Lars Röwekamp, Dierk König

  • Erstellt von Lisa Damerow
  • iJUG, Javaland, Java

Die JavaLand 2022 rückt immer näher und unsere Top-Speaker können es kaum noch abwarten, wieder für euch auf der Bühne zu stehen. 

Im dritten und vorletzten Teil unserer Interviewreihe haben Susanne Braun, Lars Röwekamp und Dierk König unsere Fragen beantwortet.

Kannst du kurz etwas zu deinem Vortrag berichten? Was erwartet die Teilnehmer/innen darin?

Susanne Braun: Bei meinem Vortrag dreht sich alles um Konsistenz in verteilten Systemen, und darum, wie man das CAP-Theorem umgehen kann. Das CAP-Theorem besagt ja, dass man sich im Falle von Netzwerkpartitionen entweder für Verfügbarkeit oder Konsistenz entscheiden muss. Praktisch sind wir hier mittlerweile aber viel weiter. Denn für bestimmte Problemklassen kann ich im Falle von Netzwerkpartitionen ohne Weiteres verfügbar bleiben, ohne dass die Konsistenz meiner Anwendungsdaten nachhaltig darunter leiden müsste.

Lars Röwekamp: In meinem Talk „Hilfe, ich will meinen Monolithen zurück!“ gehe ich etwas scherzhaft auf die Herausforderungen ein, die ein auf Microservices basierter Architekturansatz mit sich bringt. Viele Teams glauben, dass sie durch den Umstieg auf Microservices all ihre technischen und architektonischen Schulden der letzten zehn Jahre mal ebenso auf einen Schlag loswerden. Dabei vergessen sie, zu hinterfragen, ob die Lösung „Microservices“ überhaupt zu ihrem Problem „historisch gewachsenes System“ passt. Ich zeige in meinem Talk, wie durch den Einsatz von Domain Driven Design („Fachlichkeit im Fokus“) und die Einführung echter Modularität auch ein Monolith durchaus nachhaltig aufgebaut werden kann. Kein Plädoyer gegen Microservices, aber schon dafür, diesen Ansatz nur dann zu wählen, wenn er auch wirklich Sinn ergibt!

Dierk König: Dieses Jahr halte ich zwei Vorträge auf der JavaLand. Bei „Rock-solid JavaScript“ geht es darum, auch das Web-Frontend mit der Robustheit zu bauen, die wir Java-Entwickler vom Backend gewohnt sind. Viele werden überrascht sein, wie das selbst mit gewöhnlichem JavaScript möglich ist. Spoiler alert: Der Trick liegt in den Grundlagen der Informatik. Einen alternativen Ansatz zeige ich in dem Vortrag „Das darfst Du nicht! Seiteneffekte mit Frege eindämmen“. Darin schauen wir, wie man mit einem ausgefeilten Typsystem knifflige Programmierfallen vermeiden kann. In beiden Vorträgen geht es um praktische Verbesserungen im täglichen Programmieren. Das Vorgehen und die Erkenntnisse sind aber auch jenseits der handgreiflichen Vorteile einfach nur für sich gesehen unterhaltsam.


Worauf freust du dich am meisten auf der kommenden JavaLand?

Susanne Braun: Am meisten freue ich mich auf die Begegnungen mit der Community, also auf den direkten Austausch, die Diskussionen und das Miteinander.

Lars Röwekamp: Auf persönliche Begegnungen. Ich sehe mich schon die ganzen Tage „nur“ in Cafés oder Bars sitzen und mit Freunden, Bekannten, aber gerne auch mit wildfremden Menschen, quatschen. Aber selbst, wenn ich am Ende keine einzige Session besucht hätte – was sicherlich nicht der Fall sein wird – wär‘ es alleine durch den Austausch schon eine gelungene Konferenz für mich gewesen!

Dierk König: Mir geht es so wie wahrscheinlich allen: Ich freue mich einfach darauf, in die Community einzutauchen – alte Freunde wiederzusehen und neue Bekanntschaften zu schließen.


Wo wirst du auf der JavaLand 2022 hauptsächlich zu finden sein?

Susanne Braun: Da wir in diesem Jahr wieder ein geniales Programm auf die Beine gestellt haben, werde ich tagsüber überwiegend den Vorträgen lauschen. Je nach Lage freue ich mich aber auch sehr darauf, abends noch mit den Kollegen gemütlich zu fachsimpeln, oder auch über nicht-technische Themen zu sprechen.

Lars Röwekamp: Wenn es das Wetter erlaubt „auf der Straße“, denn dort treffe ich Menschen und dort findet der Austausch mit den vielen, vielen Experten:innen statt. Mit Expert:in meine ich dabei nicht irgendwelche Spezialist:innen für Thema A oder B, sondern vielmehr diejenigen Menschen, die tagtäglich die Technologien, Frameworks, Patterns etc. nutzen, die auf den Konferenzen propagiert werden. Mit dem Austausch ihrer praktischen Erfahrungen leisten sie einen mindestens ebenso wichtigen Beitrag für die Community, wie jeder Speaker!

Dierk König: Man findet mich immer da, wo es Kaffee gibt.


Was war eins deiner Highlights auf vorigen JavaLand-Konferenzen?

Susanne Braun: Ich glaube ganz grundsätzlich sind die Atmosphäre und die Menschen auf der JavaLand einfach einmalig.

Lars Röwekamp: Zum einen natürlich die vielfältigen Vorträge, da diese in der Regel den tatsächlichen Inhalt und nicht irgendwelches Marketinggeschwätz im Fokus hatten. Da macht das Programmkomitee wirklich einen guten Job. Zum anderen – und das ist aus meiner Sicht der echte Mehrwert der Konferenz – aber auch die ganzen supercoolen Community-Events. Ich bin jedes Jahr wieder begeistert, wie viel Herzblut in die verschiedenen Formate einfließt und bin daher immer wieder gerne ein Teil davon.

Dierk König: Die allererste JavaLand fand ich besonders prickelnd. Was für ein tolles Konzept, und welch‘ eine Energie, mit der sie umgesetzt wurde!


Was hat dir in den letzten zwei Jahren besonders gefehlt?

Susanne Braun: Der direkte Kontakt mit geliebten Menschen, Freunden, und natürlich auch mit der Community.

Lars Röwekamp: Menschen, Menschen, Menschen. Auch wenn die letzten zwei Jahre gezeigt haben, dass sich viele Formate auch sehr gut virtuell durchführen lassen, fehlt mir dort das „menschliche“ im Austausch. Und genau das ist es, was ich an meinem Job so liebe – mit Menschen unterschiedlichster Couleur zusammenzukommen.

Dierk König: Natürlich hat uns allen der Kontakt gefehlt. Wir sind zwar mehrheitlich introvertiert, aber umso mehr brauchen wir die Resonanz, die aus gemeinsamen Ideen schwingt.


Matamba oder Ling Bao? Welches Themenhotel ist dein Favorit?

Susanne Braun: Ich mag das Ling Bao. Fairerweise muss ich aber dazu sagen, dass ich im Matamba noch nie übernachtet habe.

Lars Röwekamp: Auch wenn ich in den ersten beiden Jahren Gast im Matamba war, bin ich mittlerweile großer Fan vom Ling Bao. Wahrscheinlich liegt mir das asiatische Flair – oder die tolle Bar-Lounge – mehr.

Dierk König: Bisher war ich immer im Ling Bao und das war super. Dieses Jahr bin ich zur Abwechslung im Matamba und freue mich schon sehr darauf.