Gegen den JSR 357 stimmten acht Mitglieder, während fünf der insgesamt 16 Stimmberechtigten den Request unterstützten. Fujitsu Limited und Twitter enthielten sich der Stimme. An der Abstimmung war Intel nicht beteiligt. Die Spec-Leads, die den JSR vorgelegt haben, haben nun 14 Tage Zeit, diesen zu überarbeiten und neu einzureichen.
Ein immer wiederkehrender Grund für die Ablehnung: Es sei zu früh für eine Standardisierung. „Ein Java-API auf den Markt zu bringen, würde bestenfalls für Verwirrung sorgen und möglicherweise die Entwicklung der bisherigen, umfassenden Arbeit behindern“, argumentiert beispielsweise IBM.
Laut IBM sei der JSR auch zu breit gefasst, um in eine praktikable Spezifikation zu münden, die von der gesamten Community angenommen werden könnte. Dieser Ansicht ist auch Markus Eisele, DOAG-Beirat und iJUG-Mitglied. Allerdings ist es für ihn kein Grund, die Idee einer Standardisierung für soziale Netzwerke zu verwerfen.
Eisele kritisiert in einem Blog-Eintrag das Exekutiv-Komitee, dem viel mehr an Politik und Business gelegen sei als an technischem Fortschritt. Aus diesem Grund verlangt er, dass über politische und technische Aspekte eines JSR getrennt abgestimmt wird. Seiner Meinung nach ist es eine Voraussetzung, damit der JCP (Java Community Process) eben ein „Community Process“ bleibt und nicht zum Protokollierwerkzeug für bereits bestehende Entwicklungen wird.


