Herr Atiker, KI ist in aller Munde. Wie sehen Sie das Thema – ist das ein Hype oder wird es wirklich etwas verändern?
Also, ein Hype ist es auf jeden Fall. Da ist viel dabei, das so nicht kommen wird, vieles, das wir gar nicht brauchen werden. Andererseits ist es deutlich solider als die letzten Hypes, wie Blockchain, NFTs und das Metaverse. (War eigentlich in letzter Zeit noch mal jemand im Metaverse? Gibt’s das noch?) Es ist verblüffend, wie viele Menschen gerade ChatGPT für ihre Arbeit nutzen. Ich denke, der Teil wird bleiben.
Ist die KI an der Stelle Fluch oder Segen?
Wie immer beides. Wir verlieren einige kognitive Fähigkeiten, wenn wir das alles an die Maschine auslagern. Karten zu lesen oder sich Telefonnummer zu merken ist inzwischen obsolet. Das Rechnen haben wir ja schon lange an Excel abgegeben. Möglicherweise passiert das auch mit dem Lesen und Verstehen von Texten und anderen Inhalten.
Andererseits: Es ist erstaunlich, wie schwer sich Menschen auch im Büro mit Schreiben und Lesen tun. Wie froh sie sind, da Unterstützung zu bekommen. Und da sehe ich zwei Perspektiven:
- Zugang: Dank KI kriegen mehr Menschen Zugang zu und Verständnis für die Fülle an Informationen, die es da draußen gibt. Ohne Maschine ist das gar nicht mehr zu bewältigen.
- Arbeit: Es ist verblüffend, welch großer Teil unserer "Arbeit" in scheinbar triviale Aufgaben fließt: E-Mails formulieren, Berichte schreiben, Präsentationen erstellen, Dinge recherchieren. Wenn KI da hilft: Sehr gerne.
Welche Auswirkungen wird das dann haben? Werden wir dann alle arbeitslos?
Nein, die Gefahr sehe ich gar nicht. Also ja, manche Jobs werden radikal anders. "Programmierer" wird viel mehr Software-Engineer, niemand wird mehr Code von Hand schreiben. Aber wir können schneller mehr erreichen, mehr erledigen. Vielleicht wird Arbeit dann wieder, was sie sein sollte, Dinge verstehen, bewerten, entscheiden, umsetzen. Das Palaver übernehmen die Maschinen.
Das klingt spannend! Erzählen Sie in Ihrer Keynote mehr dazu?
Auf jeden Fall. Mit vielen heiteren Beispielen, über die noch viel zu wenig nachgedacht wird.
Zum Ende noch mal weg von der KI und mehr über Sie. Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Ihren heutigen Job hätten?
Ah, schöne Frage! Eigentlich habe ich meinen Traumjob. Ich kann machen, was mich interessiert, in einer Form, die mir Freude macht und Menschen weiterhilft. Schreiben, denken, reden. Vordergründig ist das Thema das ganze Digitale, da bin ich Redner, Berater, Dozent – ich habe auch ein Dutzend digitaler Kurse rund um das Thema gemacht.
Was weniger Leute wissen: Ich spreche auch über Diversity. Ja, genau, als alter weißer Mann. Oder über die Kunst der Komplimente – das wird vermutlich mein nächstes Buch. Ich bin Coach, sowohl für Menschen auf der Bühne als auch generell zum Sinn des Lebens. Wo will man denn hin, wie will man leben?
In Frankreich renoviere ich einen alten Bauernhof und lerne ganz viel über Holz und Stein und wie man baut. Ein bisschen bastele ich an elektronischer Musik. Oder an Computerspielen. Oder im Garten. Aus all den Sachen könnte man auch eine bezahlte Arbeit machen. Alles in allem ist mein Leben echt breit und bunt.
Würde ich nochmal studieren, dann vielleicht kulturelle Anthropologie.
Es ist faszinierend, was wir Menschen für "normal" halten. Es gibt enorme Unterschiede und erstaunliche Gemeinsamkeiten auf dieser Welt – das reicht für mindestens ein weiteres Leben.
Das klingt wirklich spannend. Wir freuen uns sehr, Sie auf der DOAG 2024 live zu erleben!
Die Freude ist ganz meinerseits!
Die Keynote in der Konferenz-Agenda.
Termin: Mittwochabend, 20. November um 18:30 Uhr im Raum Tokio.
Tickets zum Early-Bird-Preis
Das ganze Programm der KI Navigator 2024 sowie der DOAG 2024 Konferenz + Ausstellung bietet euch dabei noch viel mehr an spannenden Beiträgen. Werft gerne einen Blick in die Agenden. Außerdem gibt es noch bis zum 30. September Tickets zum Frühbucherpreis in unserem Shop für die KI Navigator und im Shop für die Anwenderkonferenz.
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