"KI kann nicht auf das Publikum und die Stimmung reagieren, wie es ein Mensch kann" – Interview mit Kim Nagies

  • Erstellt von Marcos López
  • Panorama, Event, Geschäftsstelle

Vor einem Jahr wurde der in Hürth beheimatete Veranstaltungstechnikdienstleister Platinum Events in die DOAG integriert. Aus diesem Anlass sprachen wir mit Kim Nagies, Projektleiter Veranstaltungstechnik.

Fünf große Konferenzen und mehr als zwei Dutzend Projekte

Seit der Übernahme von Platinum Events im Januar 2023 (siehe Artikel) sind fünf große DOAG-Konferenzen und rund zwei Dutzend Kundenprojekte mit der nun DOAG-eigenen Event-Technik durchgeführt worden. Neben der Bereitstellung der Veranstaltungstechnik vor Ort, für die mit Octonorm auch ein hochwertiges Messebausystem angeschafft wurde – es erfüllt nahezu alle Kundenwünsche – , wurden auch alle Konferenzbeiträge aufgezeichnet und nur wenige Stunden später für die Teilnehmer und On-demand-Ticketinhaber online bereitgestellt.

Mit hauseigener Technik die Nase vorne

“Dies war wirtschaftlich nur möglich, weil wir die Technik jetzt im eigenen Haus haben”, sagt Fried Saacke, Geschäftsführer der DOAG Dienstleistungen GmbH, und führt weiter aus: „Der neue Geschäftsbereich Veranstaltungstechnik der DOAG Dienstleistungen GmbH ist im vergangenen Jahr sehr erfolgreich gestartet. Die Investition hat sich für die DOAG mehr als gelohnt, denn die eigenen Projekte wurden mit modernster Eventtechnik zu deutlich geringeren Kosten begleitet."

Mit Kim Nagies, Platinum Events Projektleiter und am Standort Hürth beheimatet, blicken wir im Interview auf das vergangene Jahr.

Hallo Kim. Wie sieht euer Blick auf das vergangene Jahr aus?

Hallo Marcos. Planungen und Entscheidungen bezüglich DOAG-Veranstaltungen sind jetzt weit im Voraus möglich, das ist sehr gut. Vor Ort sind aber immer noch kleine Optimierungen in Hinsicht auf das eingesetzte Equipment jederzeit möglich. So lässt sich der Aufwand übersehen und die Zeit effizienter nutzen.

Was war deiner Meinung nach das Highlight des vergangenen Jahres? 

Mein persönliches Highlight aus dem vergangenen Jahr ist die Veranstaltung von DB Schenker im Februar gewesen. Die Anforderungen an die Logistik und das Bühnendesign waren sehr hoch, das heißt, die Integration hochwertiger und komplexer Technik in das Bühnendesign waren eine besondere Herausforderung. Dazu gehört auch die Veranstaltung von Pernod Ricard im August in Mainz. Hier konnten wir uns kreativ austoben.

Was hat sich mit der Integration eures Unternehmens in die DOAG im Wesentlichen geändert?

In der Arbeitsweise, den Arbeitszeiten und der Mentalität hat sich bei uns nichts geändert, wir gehören zur DOAG, sind durch die Entfernung aber weiterhin eigenständig. Die Planbarkeit für die DOAG-eigenen Veranstaltungen ist für uns nun viel einfacher, da wir die technische Umsetzung in Eigenregie realisieren. Hier sind wir für die Konzeptionierung eines Events bereits bei ersten Ideen mit im Boot.

Wie sieht euer Event-Portfolio aktuell aus? Und hat sich da etwas durch die Übernahme durch die DOAG verändert?

Das Event-Portfolio war in der Vergangenheit bereits sehr breit gestreut, so dass sich hier keine Erweiterung ergeben hat. Das Portfolio erstreckt sich von Abenden in der Therme Euskirchen mit Künstlern, Musikern, Tänzern, Akrobaten bis zu kleinen Streams eines Betriebsrates, zu Geburtstagen, welche eine kleine Beschallungsanlage und Licht benötigen, zu großen Veranstaltungen mit Bühne, LED-Wänden, Beleuchtung, unzähligen Kameras mit Videoregie sowie die Beleuchtung eines Schlosses in den Firmenfarben des Auftraggebers.

In der Unterhaltungs- und Konzertbranche wird oft auf Basis von Freelancing je nach Bedarf Personal dazu gebucht, genauso wie das Equipment, das benötigt wird. Bei euch ist allerdings auch ein weiterer Mitarbeiter dazu gekommen. Welche Überlegungen standen dahinter? Wie habt ihr ihn “gefunden”?

Man kann nicht alles an Equipment auf Lager haben, welches benötigt wird. Vor allem Material, welches nicht oft im Einsatz ist, mieten wir bei langjährigen Partnern an, um es bei Veranstaltungen einzusetzen. Vor allem bei investitionsintensiven LED-Wänden greift man auf externe Firmen zurück. Da uns zum Ende des Jahres 2022 ein Mitarbeiter verlassen hat, war schnell klar, dass wir wieder jemanden im Team benötigen. Diesmal jedoch jemanden, der sich in erster Linie um das Lager und die Logistik kümmert. Patrick Fischer jetzt mit an Bord, er ist ein langjähriger Freund von unserem Geschäftsführer Mark Guy und fühlt sich bei uns wohl.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz für Platinum Events und wie stellt man sicher, dass man die durch KI angestoßenen Entwicklungen auch für die Events bedenkt und anbieten kann? Oder kommen die Lightshow und der Ton demnächst über eine KI im USB-Stick bzw. im Stream?

Bis jetzt spielt die KI keine große Rolle, da ihr das nötigte Feingefühl bei Lichtshows fehlt. Die KI kann nicht auf das Publikum und die Stimmung reagieren, wie es ein Mensch kann. In Hinsicht auf den Bühnensound kann die KI ebenfalls noch nicht unterstützen, da der Sound in jeder Location anders klingt und von den Menschen unterschiedlich wahrgenommen wird. Wir werden in Zukunft allerdings eine neue Kameratechnik testen, welche den Redner, KI-gesteuert im Fokus behält und automatisch schwenkt und zoomt.

Vielen Dank für das Interview, Kim.
 

Licht, Ton, Bild und Film – alles aus einer Hand: Von Platinum Events für DOAG-Veranstaltungen wie die APEX connect und zahlreiche weitere Kundenprojekte.© Marcos López