Der Anwalt von Oracle, Michael Jacobs, belegte die Aussage mit Zitaten aus internen E-Mails von Google. Im Mittelpunkt stand eine E-Mail des Entwicklers Tim Lindholm, in der der ehemalige Sun-Angestellte sich dafür ausgesprochen hatte, mit Sun eine Java-Lizenz auszuhandeln. Oracle beteuerte, es sei dem Suchmaschinenbetreiber durchaus bekannt gewesen, dass er eine Lizenz hätte erwerben müssen.
"Java war einer der Hauptgründe, dass Oracle Sun gekauft hat", sagte Jacobs in seinem Eröffnungsplädoyer. Inzwischen befindet sich Android auf mehr als 300 Millionen Smartphones und Tablets. Oracle wirft Google unter anderem vor, 37 Java APIs kopiert zu haben. Google hält an seiner Position fest und behauptet schon seit längerer Zeit, dass Copyrights für APIs nicht vergeben werden können.
Bei der Klage geht es um die Frage, ob der Suchmaschinenbetreiber Lizenzgebühren und Schadensersatz an Oracle bezahlen muss. Sollte sich herausstellen, dass Google vorsätzlich Oracles Urheberrecht verletzt hat, könnte es die Schadenersatzsumme in die Höhe treiben.
Die erste Stellungnahme von Google im Rahmen des Prozesses wird heute erwartet. Oracle will beide Firmenchefs im Zeugenstand antreten lassen. Insgesamt sind für das Verfahren unter Leitung von Richter William Alsup etwa acht Wochen angesetzt.


