Mit den Oracle-Maschinen Exalogic und Exadata will das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den organisatorischen Aufwand der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in Deutschland schneller und sicherer bewältigen. Auf Basis der seit Jahren beim BAMF eingesetzten Oracle-Software wurde mit ASYL Online nun in kürzester Zeit ein neues Flüchtlingsmanagement aufgebaut.
Der Ansturm der Flüchtlinge in Deutschland stellt nicht nur das Land vor große Herausforderungen. Auch Behörden und Ministerien müssen sich organisatorisch und technisch anpassen. Vor diesen Herausforderungen stand auch das BAMF. Flüchtlinge müssen schon an den Grenzen erfasst und Daten mit Behörden anderer Länder ausgetauscht werden. Diese komplexe Aufgabe wurde Anfang 2016 mit Oracle-Technologie umgesetzt und ist bereits in einigen Bundesländern im Einsatz. „Unser altes System war auf die jährliche Abwicklung von etwa 40.000 bis 50.000 Asylanträgen ausgerichtet“, erklärt der Leiter des BAMF Frank-Jürgen Weise. Dieses Jahr müsse der Ansturm von mehr als einer Million Flüchtlinge bewältigt werden – das sind 20-mal mehr als noch vor einigen Jahren. „Es war sehr schnell klar, dass wir dafür eine neue, sehr viel leistungsfähigere IT-Infrastruktur brauchen und diese in Rekordzeit umsetzen müssen“, sagt Weise.
Exalogic und Exadata sorgen für die nötige Performance
Die neue IT-Landschaft des BAMF besteht unter anderem aus den Oracle-Engineered-Systems Exalogic und Exadata. Die Kombination beider Systeme bietet dem BAMF die nötige Sicherheit und Performance: Die Systeme können laut Oracle mit 960 Gigabit pro Sekunde Daten austauschen. Normalerweise sind Programm-Server mit Datenbanken nur über eine Gigabit-Ethernet-Verbindung angeschlossen. Die ausgeführten Programme auf der Exalogic profitieren damit über eine extrem schnell Anbindung an die Datenbank auf Exadata.
Besondere Anforderungen an das Projektteam
Wegen der engen politischen Zeitvorgabe und der Integration des Systems auf Länder- und Bundesebene, stand das Projektteam vor besonderen Anforderungen. Das deutsche Kernteam wurde durch weitere Entwicklungsexperten verstärkt und von Thomas Kurian, Oracle Executive President Product Development, geleitet. Neben dem Zeitdruck war auch die Komplexität eine große Herausforderung. Offene Standards halfen hier bei Entwicklung, Test und Integration, um eine höchstmögliche Flexibilität zu gewährleisten. „Mit der erfolgreichen Umsetzung dieses Projektes sind wir nun in der Lage, Flüchtlinge effizient und zuverlässig zu registrieren und Transparenz darüber herzustellen, wer sich bei uns wo im Lande aufhält“, erläutert Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik.
Zentrale und mobile Datenerfassung
Daten können nun auch mobil, also bereits an den Grenzen erfasst, zentral gespeichert und dann ausgewertet werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, eine Verbindung zu Systemen anderer Bundesländer herzustellen, um zum Beispiel Daten mit dem Bundeskriminalamt oder dem Ausländerzentralregister auszutauschen. Die nahtlose Integration in bestehende System und eine große Flexibilität der eingesetzten Software waren ein wichtiger Faktor. Das Bundesamt sei jetzt optimal aufgestellt, „um endlich das Gefühl der Unordnung zu beseitigen“, sagt BAMF-Leiter Weise. Die Erstellung des Ankunftsnachweises mit ASYL Online ist eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte in der erfolgreichen Bewältigung der Flüchtlingskrise.


