Seit dem Kurswechsel von Oracle bezüglich der GlassFish-Server-Strategie herrscht eine <link home aktuelle-news article oracle-stellt-kommerzielle-glassfish-version-ein.html>gewisse Unruhe in der Community. Sylvie Lübeck, Peter Doschkinow und Wolfgang Weigend von Oracle haben in einem deutschsprachigen Webcast klargestellt: Oracle wird weiterhin in das GlassFish-Projekt investieren, um eine entwicklerfreundliche Community-Distribution, das SDK und die Referenzimplementierung für die Java-EE-Plattform bereitzustellen.
Der GlassFish Server lebt weiter
Oracle wird weiterhin die Entwicklung des GlassFish-Servers als strategische Open-Source-Plattform im Java-EE-Bereich sowie das GlassFish-Projekt unterstützen, versicherten die Oracle-Mitarbeiter. Das Unternehmen trägt eine maßgebliche Verantwortung bei der Weiterentwicklung von Java und Java EE und sieht eine zukünftige Referenzimplementierung (RI) von Java EE mit GlassFish vor. Oracle plant, GlassFish 5.0 als Referenzimplementierung für Java EE 8 zu nutzen. Das heißt, dass der „Specification Lead“ die Machbarkeit bzw. Umsetzbarkeit der verschiedenen Spezifikationen weiterhin mit GlassFish nachweisen wird. Weiterhin ruft Oracle die Community zur aktiven Beteiligung durch „Adopt-a-JSR“ und „Contributions to GlassFish“ auf.
Für die kostenfreie Open-Source-Edition vom GlassFish-Server ist ein jährliches Release mit Bug-Fixes und Updates ohne kommerziellen Support vorgesehen.
Support für Oracle GlassFish Server wird gemäß Oracle Lifetime Support Policy weitergeführt
Bisher konkurrierte die kostenpflichtige Version vom GlassFish-Server mit dem WebLogic-Server. Oracle ist hier dem Weg vieler Unternehmen gefolgt und wird den kommerziellen Support nur noch für einen einzigen Applicationsserver im Java-EE-Umfeld anbieten. Im Klartext heißt es: Die kommerzielle Glassfish-Version wird zugunsten vom WebLogic-Server eingestellt.
Was den Support anbelangt, so läuft dieser für die bisherigen Version 3.0.x und 3.1.x weiter. Es gilt weiterhin die Oracle Lifetime Support Policy, wonach der Premier Support Stand heute des Oracle GlassFish Servers 3.1.x bis März 2016 beziehungsweise Extended Support bis März 2019 gewährleistet wird.
WebLogic kann eine preisgünstigere Alternative sein
Oracle empfiehlt den WebLogic Server seit jeher als Java-Application-Server für unternehmensweite und unternehmenskritische Anwendungen. Die Oracle-Mitarbeiter machten während des Webcasts auch darauf aufmerksam, dass Weblogic in manchen Fällen eine preisgünstigere Alternative zum kommerziellen Oracle GlassFish Server darstellen kann.
Der Oracle GlassFish Server basiert auf der GlassFish Server Open Source Edition (OSE) und wurde mit zusätzlichen kommerziellen Funktionen angereichert. Lizenzseitig beinhaltet er auch den Java-SE-Support und wird auf Prozessor-Basis lizensiert.
Die kleinste Edition des WebLogic-Servers, die Oracle WebLogic Server Standard Edition (SE), wird entsprechend der für verschiedene Produkte geltenden “Standard Edition”-Regelung pro Socket lizensiert.
Ein Blick auf die aktuelle Preisliste verrät, dass man beim Einsatz einer CPU mit 4 Kernen oder mehr mit der WebLogic-Standard-Edition günstiger fährt. Zudem kommt mit den verschiedenen WebLogic-Editionen entsprechender höherwertiger Support für die Java-Laufzeitumgebung und zusätzliche Java-Diagnosemöglichkeiten mittels „Java Mission Control“ mit. Darüber hinaus wird für Entwickler eine kostenfreie Lizenz angeboten.
Generell sollte je nach Anforderungen geklärt werden, welche Edition von WebLogic-Server benötigt wird, um dann ein attraktives und passendes Angebot zu besprechen. Die Systemberatung steht kostenfrei zur Verfügung.
Vielseitige Funktionen für WebLogic
Die unterschiedlichen Editionen des WebLogic Servers bieten vielseitige Funktionen wie das „WebLogic Diagnostic Framework“, eine umfassende Scriptsprache namens WLST zur Script-basierten Administration oder „Work Manager“ zur Ressourcenpriorisierung. Hinzu kommen Side-by-Side Deployment, Oracle ADF und TopLink, Web Tier (Oracle HTTP Server).
Darüber hinaus ist eine Unterstützung für andere Fusion Middleware Produkte sowie Optimierungen für den Zugriff auf Oracle-Datenbanken vorgesehen, wie die Oracle-RAC-Integration, massives In-Memory Computing mittels Oracle Coherence, erweiterte HA-Funktionalitäten und Server-Migration. Zur Verfügung stehen außerdem noch „Java Mission Control“ und Flight Recorder, eine Oracle-JDK-Unterstützung und vieles mehr.
GlassFish und WebLogic Server nutzen viele gemeinsame Komponenten
Obwohl WebLogic Server und GlassFish Server auf unterschiedlichen Code-Basen beruhen, nutzen beide Applicationsserver gemeinsame Komponenten. Unter anderem greifen beide auf die gleichen Implementierungen für JPA, JSF, WebSockets, CDI, Bean Validation, JAX-WS, JAXB, und WS-AT zurück.
Alternative Support-Anbieter nutzen andere Builds
Wer sich auf dem Open-Source-Markt umorientieren möchte, um den Support von Alternativanbietern in Anspruch zu nehmen, sollte sich im Vorfeld informieren: Die meisten Anbieter bieten keinen Support für Builds der jeweiligen Open-Source-Applicationsserver an. Im Normalfall werden diese um kommerzielle Features angereichert. Somit unterscheidet sich die Codebasis von derjenigen der Community Builds.
Auch Oracle hat nie einen kommerziellen Support für die Builds der GlassFish-Server-Open-Source-Edition angeboten. Der kommerziell unterstützte „Oracle GlassFish Server“ wurde von der OSE abgeleitet und mit zusätzlichen Funktionen angereichert. Deswegen wurden auch spezielle Downloads zur Verfügung gestellt. Eine Ausnahme stellt die Firma Tomitribe dar, die einen kommerziellen Support für Apache TomEE anbietet.

