Das bisherige Hauptquartier im kalifornischen Redwood City, im Herzen des Silicon Valley gelegen, soll laut Oracle jedoch weiter ein wichtiger Unternehmensstandort bleiben. Auch bestehende Unternehmensstandorte, darunter in Seattle, Orlando und Denver, sollen demnach bestehen bleiben.
Die Entscheidung für eine neue Zentrale in Austin werde es "vielen Mitarbeitern ermöglichen, ihren Arbeitsort frei zu wählen und zu entscheiden, ob sie weiter Vollzeit oder Teilzeit von Zuhause aus arbeiten wollen", erklärte Oracle in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht.
Die Erklärung, den Mitarbeitern mehr Flexibilität zu ermöglichen, deutet also darauf hin, dass der durch die Pandemie ausgelöste Trend zu mehr Remote Working auch nach dem Ende der Corona-Krise anhalten wird.
Immer mehr Unternehmen zieht es aufgrund der niedrigeren Kosten nach Texas. Die Region wirbt aktiv um externe Unternehmen und lockt mit Steueranreizen. Austin, Heimat der University of Texas, bietet zudem viele qualifizierte Arbeitskräfte. Bereits 2018 hatte Oracle einen firmeneigenen Campus in der texanischen Hauptstadt eröffnet.
Gleichzeitig verliert das Silicon Valley zunehmend an Strahlkraft: Hohe Steuern sowie überteuerte Miet- und Immobilienpreise machten den Tech-Unternehmen zuletzt immer schwieriger, Mitarbeiter anzuziehen. Nachdem zunächst vor allem flexiblere Start-ups der Region den Rücken kehrten, folgen nun die großen Unternehmen. HPE, ehemals Teil des HP-Konzerns, an, errichtet aktuell eine neue Firmenzentrale in Houston und das Datenanalyse-Unternehmen Palantir ist jüngst mit seiner Zentrale nach Denver gezogen.
Neben finanziellen gibt es wohl auch politische Beweggründe. So zeigen sich einige Protagonisten des Silicon Valley entfremdet von der demokratischen und liberalen Tech-Szene in Kalifornien. Ebenso wie Tesla-Chef Elon Musk, der in der letzten Woche bekanntgab, seinen privaten Wohnsitz nach Texas zu verlagern, geriert auch Oracle-Mitgründer Larry Ellison zuletzt vermehrt mit der kalifornischen Landesregierung aneinander. Sowohl Ellison als auch Oracle CEO Safra Catz zählten innerhalb der kalifornischen Tech-Welt zu den größten Unterstützern der abgewählten Trump-Regierung.
Quellen:
https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/technologieunternehmen-oracle-verlaesst-das-silicon-valley-und-zieht-nach-texas-um/26714550.html
https://www.wsj.com/articles/oracle-moves-corporate-headquarters-to-austin-texas-11607724881

