Nach Aussage von Marktbeobachtern und Analysten wird im Jahr 2012 dieser Thematik erneut besondere Bedeutung zufallen, nicht zuletzt durch die Ankündigung vom (Mit-)Marktführer Oracle, seine neu entwickelten Fusion Applications in breiterem Maße auf den Markt zu bringen.
Oracle hatte 2003 durch den Zukauf des Mitbewerbers PeopleSoft – und dabei zugleich JD Edwards als weiteren Keyplayer im ERP-Umfeld im Huckepack – klare Zeichen gesetzt: Der Datenbank-Hersteller entwickelte sich zu einem Anbieter von ganzheitlichen Industrie-Lösungen. Die nachfolgende Integration von Siebel im Jahr 2005 untermauerte dieses Vorhaben genauso wie die permanenten Zukäufe von Best-of-Breed-Software-Anbietern (Primavera, Hyperion, Agile, Taleo etc.) bis in die heutige Zeit.
Die Fusion Applications sollten das Beste vom Besten werden, was natürlich auch Entwicklungszeit bedurfte, zumal die neue Suite von Produkten auf einer gänzlich neuen Plattform – basierend auf offenen Standards – entwickelt wurde. Auch vom „Gebrauch der Software“ bekam sie einen umfassend neuen Ansatz.
Um die bestehenden Kunden seit dieser Entwicklung vor fast zehn Jahren jedoch nicht zu verlieren, wurden die bestehenden und zugekauften Produkte munter weiterentwickelt. Sie haben sich sogar gegenseitig befruchtet. Langfristige Service-Commitments und das Konzept „Apps Unlimited“ garantieren den Oracle-Kunden Kontinuität und einfache Migrationspfade.
Damit aber nicht genug: Umfassendere ERP-Lösungen und vor allem ein permanenter Zugriff auf eine rollenbasierte Online-Sicht auf das Unternehmen haben die Anforderungen an Hardware und Middleware immens gesteigert. Der Betrieb solcher Lösungen stellt alle Unternehmen vor neue Herausforderungen.
Aber es gibt ja Oracle. Nach dem Zukauf von Sun wird nun in eigener Verantwortung an Entwicklungen gearbeitet, die Hardware und Software immer näher zusammenrücken lassen, um damit die Grundlage für hochperformante Plattformen zu schaffen, die den Anforderungen der Kunden und der Benutzer genügen soll.
Insofern sind Migrationsstrategien und Überlegungen zu neuen Servicekonzepten wie Outsourcing, Outtasking, Software as a Service bis hin zur Cloud – entweder von Oracle direkt oder von einem ständig wachsenden Partner-Ecosystem – brandaktuelle Themen, denen sich die neue Ausgabe unserer Zeitschrift Business News (2012 - Ausgabe 2) widmet.
Ist die Zeit reif? Meines Erachtens ja. Einerseits hat Oracle in vielen Bereichen die technologische Grundlage geschaffen und andererseits wurden in den vergangenen Jahren – speziell im Mittelstand – nicht viele Investitionen im Bereich Re-Engineering der ERP-Landschaften getätigt. Doch der Betrieb veralteter Systeme wird immer teurer und riskanter; im gleichen Maße sind jedoch die Anforderungen an Umsetzung der Geschäftsprozesse ständig gewachsen. Also ran an die Migrationsplanung!

