Auch im vierten Quartal blieb das Hardware-Geschäft für Oracle ein hartes Pflaster. Die Firmenrechner verkauften sich immer schlechter, sodass die guten Ergebnisse im Software-Geschäft Oracle über Wasser halten mussten. Alles in allem übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten und steigerte Umsatz und Gewinn.
Eigentlich hätten die Quartalszahlen erst am 21. Juni vorgelegt werden sollen. Die überraschende Vorveröffentlichung der Ergebnisse soll dem Oracle-Vertriebsmanager Keith Block geschuldet sein, berichtet der Wall Street Journal: Man munkelte gestern an der Computerbörse, dass Block aus dem Unternehmen ausgeschieden sei und schob es auf womöglich schlechte Quartalsergebnisse oder eine Reorganisation der Vertriebsmannschaft. Daraufhin seien die Oracle-Aktien um zwei Prozent gesunken. Nach Veröffentlichung der tatsächlichen Ergebnisse stieg die Aktie nachbörslich um drei Prozent – nicht zuletzt, weil Oracle gleichzeitig ein Aktienrückkaufprogramm in Milliardenhöhe ankündigte.
Angaben des Wall Street Journals zufolge habe eine Person aus dem Oracle-Umfeld das Ausscheiden Blocks bestätigt. Der Manager habe Kritik an Co-Präsidenten Mark Hurd geübt und abfällige Kurznachrichten geschrieben, die an die Öffentlichkeit gelangt waren. Im Mittelpunkt seiner Kritik sei das Hardware-Geschäft um das 2010 gekaufte Unternehmen Sun Microsystems gewesen, das Hurd verantwortet.
Und tatsächlich gibt es über das Hardware-Geschäft wenig Positives zu berichten: Die Hardware-Verkäufe brachen in dem Quartal nun um 16 Prozent auf 977 Millionen Dollar ein. Trotz alledem bleibt Oracle-Chef Larry Ellison optimistisch. In einer Telefonkonferenz kündigte er <link de home aktuelle-news article larry-ellison-naechstes-jahr-sollte-unser-hardware-geschaeft-ein-wachstumskandidat-sein.html>erneut an, das Hardware-Geschäft würde im nächsten Jahr ein Wachstumskandidat sein. Oracle setzt weiterhin alles auf seine margenstarken „Engineered Systems“, <link de home aktuelle-news article hartes-geschaeft-hardware.html>vernachlässigt dabei nach Auffassung der DOAG das klassische Hardware-Geschäft. "In dem Jahr wuchs die Produktgruppe um Exadata, Exalogic, Exalytics, SPARC-SuperCluster und Oracle Big Data Appliance um über 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Mark Hurd.
Die insgesamt guten Ergebnisse in diesem Quartal hat Oracle dem Software-Geschäft zu verdanken. Das wichtige Neugeschäft mit Software-Lizenzen stieg um sieben Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar. Auch die Sparte Updates und Wartung erzielte einen Zuwachs von fünf Prozent auf 4,2 Milliarden.
Wichtig für die Weiterentwicklung des Software-Geschäfts sei auch die Oracle Cloud, kündigte Oracle-CEO Ellison an. <link de home aktuelle-news article larry-ellison-will-die-umfassendste-cloud-der-welt-praesentiert-haben.html>Der Oracle-Chef hatte kürzlich ein Update seiner Cloud-Strategie am Firmensitz Redwood Shores vorgestellt.
Wie Oracle mitteilte, stieg der Umsatz von März bis Mai um ein Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn ein Plus von acht Prozent auf 3,5 Milliarde Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbuchte. Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Konzernumsatz um 4 Prozent auf 37,1 Milliarden Dollar und der Gewinn legte um 17 Prozent auf knapp 10 Milliarden Dollar zu. Damit bleibt Oracle trotz Schwierigkeiten an der Hardware-Front eine der profitabelsten Technologiefirmen überhaupt.


