Tweets statt langweiliger DEPT-Tabellen

  • Erstellt von Christian Schwitalla, Marina Fischer
  • Development, Datenbank, Infrastruktur

Viele Firmen suchen gerade händeringend nach talentiertem PL/SQL-Nachwuchs und Datenbankprogrammierern. Dabei gibt es sowohl im Internet als auch in Schulen, Hochschulen und Unternehmen zahlreiche Angebote und Programme, mit deren Hilfe junge Entwickler sich mit dem Stoff vertraut machen können.

Viele Firmen suchen gerade händeringend nach talentiertem PL/SQL-Nachwuchs und Datenbankprogrammierern. Dabei gibt es sowohl im Internet als auch in Schulen, Hochschulen und Unternehmen zahlreiche Angebote und Programme, mit deren Hilfe junge Entwickler sich mit dem Stoff vertraut machen können.

Technische Entwicklungen und Trends kommen und gehen – auch im Oracle-Kosmos. Dabei kann  eine Technologie schnell an Popularität verlieren, wenn es immer weniger junge Entwickler gibt, die die Technologie kennen und anwenden können. Diese Gefahr droht zurzeit auch PL/SQL und der Datenbankprogrammierung. Und das, obwohl dieser Bereich für den IT-Nachwuchs viele spannende Zukunftschancen, Herausforderungen und gute Verdienstmöglichkeiten bietet.

Angebote für junge Entwickler

Wer fit im Bereich PL/SQL werden will, dem bieten sich On- und Offline zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung: Neben der populären PL/SQL-Challenge, die von Steven Feuerstein 2010 ins Leben gerufen wurde, wird mit deren Nachfolger, der Dev-Gym (Oracle Log-in erforderlich), ein weiteres Angebot starten, das sich an junge Programmierer richtet. Hier soll jeder die Möglichkeit bekommen, sein Wissen online im Selbststudium zu trainieren. Die Dev-Gym bietet dabei Quizzes in den Bereichen PL/SQL, Datenbank-Design, APEX und Logik an. Auch ein „Personal Trainer“ ist Teil des Trainingsprogramms. Bei konkreten Fragen rund um die Oracle-Technologien steht außerdem das Angebot von AskTom zur Verfügung, das von den Oracle-Experten Chris Saxon, Connor McDonald und Maria Colgan betreut wird.

Des Weiteren bietet Oracle selbst mit der Oracle Academy ein eigenes Programm an, das sich an Schüler, Studierende, Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen richtet. Hier stehen zahlreiche Inhalte zum Selbststudium online zur Verfügung. Die Schulungsunterlagen, zum Beispiel zur Datenbank-, SQL- und PL/SQL-Programmierung, können sowohl von Studierenden als auch von Lehrkräften genutzt werden. Schulen und Hochschulen nutzen außerdem die Oracle-Software für Ausbildungs- und nicht-kommerzielle Forschungszwecke drei Jahre lang kostenlos.

Interessierte Studierende können sich darüber hinaus bei Fachvorträgen und Informationsveranstaltungen von Unternehmen an Hochschulen informieren, oder während eines Praktikums in den Bereich PL/SQL-Entwicklung hineinschnuppern und anschließend ihre Diplomarbeit im Unternehmen absolvieren.

Auch die DOAG bietet Studierenden mit dem <link de doag hochschule studenten-progamm.html>DOAG Studentenprogramm die Möglichkeit, auf ihren Konferenzen die Oracle-Szene kennenzulernen und Kontakte zu zukünftigen Arbeitgebern zu knüpfen. Ergänzend vermittelt das <link de doag hochschule hochschul-programm.html>DOAG Hochschulprogramm Oracle-Experten zu den Themen SQL und PL/SQL bis hin zu Oracle-Datenbank und Middleware direkt in den Hörsaal.

Wie können wir dem Fachkräftemangel begegnen?

Der drohende Nachwuchskräftemangel war auch Thema einer Unconference-Session während der DOAG 2016 Konferenz + Ausstellung. Das Interesse war groß, und so war der Unconference-Raum bereits nach kurzer Zeit sehr gut gefüllt, auch viele internationale Teilnehmer waren mit dabei. Offensichtlich ist der Fachkräftemangel im Bereich PL/SQL kein rein deutsches Phänomen.

Während der Unconference-Session entstand eine lebhafte Diskussion. Als Kern des Problems einigten sich die Teilnehmer schnell darauf, dass junge Programmierer über geringe Kenntnisse der Datenbankprogrammierung in PL/SQL verfügen, und dass das Berufsbild des Datenbankprogrammierers weitgehend unbekannt zu sein scheint.

Folglich müsse den (Hoch-)Schulen bei der Verbreitung der PL/SQL-Kenntnissen eine Schlüsselrolle zufallen, so die Ergebnisse des Treffens. Zum einen sollten Studierende tiefgehende Kenntnisse über den Umgang mit relationalen Datenbanken erwerben, die weit über die SQL-Grundkenntnisse hinausgehen. Hierfür sollte im Idealfall Oracle und PL/SQL genutzt werden. Darüber hinaus waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde darüber einig, dass das Berufsbild des Datenbank-Programmierers besser beleuchtet und dessen Attraktivität gesteigert werden sollte. Auch aktuellere Beispiele im Oracle-Beispiel-Schema wie zum Beispiel Tweets und Posts statt der angestaubten EMP- und DEPT-Tabellen könnten hier schon etwas zum Imagewandel beitragen.

Die Bemühungen aller Beteiligten hätten erheblich mehr Durchschlagskraft, so der Tenor der Teilnehmer, wenn die heute isoliert erfolgenden Einzelmaßnahmen in einem größeren Rahmen koordiniert und vermarktet würden. Hier könnten sowohl die Hochschulen, Oracle selbst, als auch die DOAG und andere User Groups noch viel mehr leisten. „Die DOAG wird dieses Thema auf jeden Fall weiter verfolgen“, so der DOAG-Themenverantwortliche PL/SQL, Christian Schwitalla.