Die Oracle-Lizenzpolitik ist schon seit längerem Gegenstand stärker werdender Kritik bei DOAG-Mitgliedern und -Interessenten. Bemängelt wird vor allem die Intransparenz bei der Lizenzierung von Oracle-Produkten in virtualisierten Umgebungen, insbesondere in Zusammenspiel mit VMwares Software vSphere (<link de home news oracle-lizenzierung-in-virtualisierten-umgebungen-laut-doag-legal-council-koennten-zweifel-an-der-wirksamkeit-der-vertragswerke-von-oracle-begruendet-sein detail>die DOAG berichtete).
Mit dem Support-Ende für vSphere 5.5 am 19. September 2018 ist davon auszugehen, dass die Irritationen auf Anwenderseite noch weiter zunehmen werden. Denn nach Auslegung von Oracle sind Nutzer bei vSphere 6.5 oder höher nun gezwungen, alle Prozessoren aller Server in allen vCentern zu lizenzieren. Für Unternehmen würde dies zu erheblichen Nachlizenzierungskosten und starken wirtschaftlichen Auswirkungen führen, ohne dass tatsächlich mehr Leistung genutzt wird.
In den letzten Jahren hat die DOAG bereits mehrere Klärungsversuche mit dem Oracle-Management angestoßen. Mit dem <link de home news ein-grosser-schritt-fuer-die-oracle-lizenzierung-in-virtuellen-umgebungen detail>VLAN-Approval hat Oracle zwar Entgegenkommen gezeigt, langfristig stellt dies für Nutzer von Virtualisierungstechnologien wie VMware jedoch keine Lösung dar. Die Einzellösung bietet weder Planungs- noch Rechtssicherheit.
Juristische Gutachten zu Oracles Vertragswerken
Die DOAG hat zwei Gutachten anfertigen lassen, deren Inhalte im Rahmen des DOAG Legal Council diskutiert wurden. Das Ergebnis: Teile der auf amerikanischer Rechtstradition und Marktmacht beruhenden Vertragswerke könnten nach Einschätzung der Rechtsanwälte des DOAG Legal Council nach deutschem und europäischem Recht nicht klar genug geregelt und damit unwirksam sein (<link de home news oracle-lizenzierung-in-virtualisierten-umgebungen-laut-doag-legal-council-koennten-zweifel-an-der-wirksamkeit-der-vertragswerke-von-oracle-begruendet-sein detail>die DOAG berichtete).
Aktuelle Irritationen um Java SE
In der Zwischenzeit sorgt bereits ein weiteres Thema für Irritationen unter den Nutzern: Oracle hatte bereits im April 2018 eine neue Supportpolitik für Java angekündigt, die nun teils kostenpflichtige Lizenzen nach sich zieht. So sollen die öffentlichen Updates für Java SE 8 nach Januar 2019 nur noch kostenpflichtig zur Verfügung stehen. Dann benötigen Unternehmen eine kommerzielle Lizenz (<link de home news oracles-neue-supportpolitik-fuer-java-im-detail-was-aendert-sich detail>die DOAG berichtete).
Auch bei diesem Thema liegen die Irritationen zum Teil in der Virtualisierung begründet. Viele Anwender haben Java auch im virtuellen Umfeld im Einsatz, und müssten hier somit nachlizenzieren. Das DOAG Legal Council diskutiert aktuell diesen Sachverhalt.
Weitere Informationen
Bei der DOAG 2018 Konferenz + Ausstellung widmen sich die Rechtsanwälte des DOAG Legal Councils in einer Podiumsdiskussion dem Thema „Lizenzierung bei Virtualisierung/VMware“. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe zum Thema und diskutieren Sie mit!


