Randolf Geist ist seit 15 Jahren als freiberuflicher Oracle-Datenbank-Experte tätig und auf Performance-Themen spezialisiert. Als langjähriges Mitglied des „OakTable“-Netzwerks, Oracle ACE Director und Mitwirkender in den Oracle OTN-Foren gehört er zu den Topexperten in Sachen Oracle-Datenbank. Auf der DOAG 2016 Konferenz + Ausstellung spricht er über die Oracle Database Cloud. Drei Fragen an den begeisterten Freeclimber:
Herr Geist, die Cloud ist inzwischen überall. Wie wird sich der Trend Ihrer Meinung nach auf die Oracle-Datenbank auswirken?
Ich bin, was die Cloud angeht, immer noch etwas skeptisch. Vielleicht liegt es einfach an meinem fortgeschrittenen Alter, aber ich bin mir gerade in Bezug auf die typischen Benutzer von Oracle-Datenbanken nicht sicher, ob das so gut zusammenpasst. Viele Kunden setzen Oracle-Datenbanken für unternehmenskritische und Performance-relevante Aufgaben ein, die meistens auch sehr sensitive Daten speichern. Unabhängig von der Frage, wie sicher solche Unternehmen diese Daten tatsächlich schützen und betreiben, denke ich schon, dass hier viele weiterhin auf interne Lösungen setzen werden und eher vorsichtig sind, was eine Migration in die Cloud angeht.
Die Performance in der Oracle Database Cloud ist auch Thema Ihres Vortrags. Was genau erwartet die Teilnehmer?
Ich führe gerade die ersten Tests hierzu durch, und zumindest die ersten Testergebnisse sehen gut aus, wenn man sie mit nicht-Cloud-dedizierter Hardware vergleicht. Meine Performance-Vergleichstests und die dazugehörigen Ergebnisse werden ein zentrales Thema des Vortrags sein und ich werde versuchen, Antworten auf die folgenden Fragen zu geben: Wie sieht es mit CPU-lastigen, wie mit I/O-lastigen Benutzungsprofilen aus? Gibt es einen Unterschied zwischen ASM bei RAC-Einsatz und den vorkonfigurierten Filesystemen bei Single-Instance?
Gibt es ein Datenbank-Feature, das noch auf Ihrer Wunschliste steht?
Ein Feature, das ich mir wünschen würde, und was eventuell auch kommen wird, wäre die Umsetzung von sogenannten deklarativen "SQL Assertions", also komplexeren Integritätsregeln, die die Datenqualität erhöhen würden. Ich bin aber bezüglich neuer Features eher konservativ eingestellt. Da ich häufig im Rahmen der Beratung meiner Kunden mit Bugs der Datenbank zu tun habe, würde ich mir für meine Kunden wünschen, Oracle würde anstatt neuer Features mehr Zeit in die Behebung von Bugs investieren. Offensichtlich funktioniert der Markt aber nicht so – neue Versionen müssen neue Features haben, sonst verkaufen sie sich wahrscheinlich weniger gut.


