DOAG Datenbank Kolumne: Einfach an Tools und Infos kommen

  • Erstellt von Robert Marz
  • Datenbank Kolumne, Oracle, Datenbank

Seit Mitte dieses Jahres vereinfacht Oracle das Leben seiner Nutzer durch eine neue Lizenz und statische URLs.

Neue Versionen von SQLcl und ORDS werden seit kurzem unter einer anderen Lizenz veröffentlicht. Die Oracle Free Use Terms and Conditions war ursprünglich für Open-Source-Projekte gedacht und ermöglicht einen freien Einsatz der unter ihr veröffentlichten Software. Seit dem 1. Mai 2021 gilt diese Lizenz also auch für SQLcl (ab Version 21.1.1) und seit dem 1. Juli (ab Version 21.2) für ORDS.

Das Akronym ORDS steht für Oracle REST Data Services. ORDS hat sich aus dem APEX Listener entwickelt und ist das Bindeglied zwischen Datenbank und Webserver. ORDS kann schon lange viel mehr als nur APEX-Seiten an Webserver auszuliefern, es ermöglicht Datenbank-gestützte REST Services und stellt zum Beispiel die Database Actions – eine SQL-Developer-Version für den Browser bereit.

SQLcl bringt das Worksheet des SQL Developers als Kommandozeilentool und bildet eine moderne Alternative zu SQLPlus. Zu letzterem ist es bis auf wenige dokumentierte Ausnahmen kompatibel. Als Java-basiertes Tool benötigt SQLcl keine Oracle-Client-Installation, um sich mit einer Oracle-Datenbank zu verbinden.

Anonyme Downloads

Die für langjährige Oracle-Benutzer wohl überraschendste Änderung durch die neue Lizenz ist, dass der Download von Software weder ein Anmelden auf oracle.com noch ein Bestätigen der Lizenzbedingungen durch Klicken in ein Webformular erfordert.

Die Links zu den Downloadseiten

•             www.oracle.com/database/technologies/appdev/rest-data-services-downloads.html für ORDS 

und

•             www.oracle.com/tools/downloads/sqlcl-downloads.html für SQLcl

bleiben in Zukunft stabil und bieten die bekannten Zip-Archive mit den detaillierten Versionsnummern zum Download an.

Automatisieren von Containern und VMs

Für die jeweils aktuelle Version gibt es sogar statische Links:

•             sqlcl-latest.zip und

•             ords-latest.zip.

Durch den Wegfall der Anmelde- und Lizenzakzeptanzpflichten können Container oder VMs automatisiert ganz einfach via eines cURL oder wget-Kommandos mit den jeweils neuesten Versionen der Tools bestückt werden.

Zumindest bei ORDS ist aber Vorsicht geboten: ORDS aktualisiert seine Metadaten in der Datenbank automatisch beim ersten Start auf die neueste Version  – das kann zu überraschenden Effekten führen.

Yum Repositories

Für die Nutzer von Red-Hat-basierten Linux-Distributionen, wie RHEL, Oracle Linux oder CentOS stellt Oracle Yum-Repositories mit den jeweils aktuellen Versionen bereit.

Ist das Repository einmal eingebunden via

# Oracle Linux 8.x
sudo yum-config-manager --add-                                                                    
repo=https://yum.oracle.com/repo/OracleLinux/OL8/oracle/software/x86_64/

# Oracle Linux 7.x
sudo yum-config-manager --add-
repo=https://yum.oracle.com/repo/OracleLinux/OL7/oracle/software/x86_64/

kann man anschließend mit

# Oracle Linux 8.x
dnf info sqlcl
dnf install sqlcl

oder

# Oracle Linux 7.x
yum info ords
yum install ords

die Tools über den Paketmanager installieren und aktuell halten.

Die RPMs installieren dabei gegebenenfalls ein benötigtes Java gleich mit. Das stürzt aber niemand in Lizenzabhängigkeiten, weil Oracle-Tools immer ihre eigene zweckgebundene Java-Lizenz mitbringen: MOS Support Note 1557737.1.

 

Robert Marz

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