3. Primavera Community Day: Für Faris sind Web Services die Zukunft von Primavera

  • Erstellt von cko, shu, mdi
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Er ist ein Macher, Richard K. Faris, und ein Visionär. Oft werde der Oracle Primavera GBU Senior Vice President gefragt, warum er nicht in die Rente ging, als Primavera Systems von Oracle im November 2008 aufgekauft wurde. Schließlich sei er in dem Alter, in dem man es in Betracht ziehen könne, erzählt er.

Doch der Mitgründer von Primavera kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Er muss weitermachen, die künftige Entwicklung von Primavera begleiten, das Produkt immer weiter verbessern. Er muss sicherstellen, dass es Primavera weiterhin gut geht und die Kunden erhalten, was sie brauchen. Denn Dick – so nennen ihn alle – hält nicht viel von den guten alten Zeiten. Er mag das Hier und Jetzt, sagt er, und er arbeitet gern. So steht der Amerikaner hier, beim 3. Primavera Community Day im Konferenzraum des Hotels SANA in Berlin, und macht das, was er schon immer gern gemacht hat: Arbeiten und den direkten Kontakt zu Kunden pflegen.

Für Faris ist es klar: Die Zukunft von Primavera sind die Web Services. Bis zum Release 8 war ein Client erforderlich, während die Webapplikation optional war. In Zukunft werde es umgekehrt sein, meint er. Geplant seien sogar längerfristig die Einbindung von Social Medien.

Trotzdem weiß Faris, dass eine solche Umstellung nicht von heute auf morgen erfolgen wird. In seiner Präsentation hat er ein Foto von dem Team, das am Client arbeitet. Es sind insgesamt dreizehn Entwickler. „Wir werden Updates liefern, solange der Client genutzt wird“, meint er. „Wir vergessen unsere traditionellen Kunden nicht, aber wir wollen es Menschen einfacher machen, zusammenzuarbeiten“. In diesem Zusammenhang wird die Cloud eine bedeutende Rolle spielen. Davon ist er überzeugt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Mobile Services: Seit kurzem gibt es eine iphone Applikation im ersten Release, welche auf iTunes Apple Store kostenlos zum Download verfügbar ist.

Die Einbindung in einer solchen großen Struktur wie Oracle bringt für die Software-Entwicklung Vorteile mit sich:  Die Projekt Portfolio Management Software (PPM) profitiert von den Technologien des Unternehmens, die nach und nach implementiert werden. P6 Analytics ist ein Beispiel dafür:  Die Lösung, die auf Oracle Business Intelligence basiert und über mehr als 80 vorinstallierte analytische Ansichten verfügt, ermöglicht eine detaillierte und interaktive grafische Darstellung der Projekte via Drill-Down (zum Beispiel nach Woche, Tag, Regionen oder Ressourcen).

Weitere Features sollen ebenfalls die Projekte konkreter darstellen: Um Projekte geografisch zu lokalisieren, bietet die P6 eine Einbindung von Oracle Spatial, das ein Mapping-System zur Verfügung stellt. Für den Release 8.2 ist Verbesserung des Dienstes und eine bessere Verknüpfung mit dem Projekt geplant. Weiter besteht die Möglichkeit, mit Oracle Universal Content Management (UCM)  Dokumente und Bilder im System zu speichern. Die Lösung ist in der P6-Lizenz enthalten, muss aber getrennt installiert werden.  

Für ein besseres Handling von Primavera gibt es das User Productivity Kit (UPK). Damit können Benutzer ganz nach dem Prinzip „Learning by doing“ in einer simulierten Umgebung lernen, mit Primavera besser zu arbeiten.

In der Tat hat Faris einiges über die künftigen Features von Primavera zu erzählen.  Doch was die Teilnehmer wirklich interessiert, das sind die praktischen Dinge, die im Alltag nicht hundertprozentig funktionieren oder fehlen, wie etwa der Import von Microsoft-Project-Dateien oder die Anzahl der verfügbaren BarChart-Farben. Mit Sicherheit hat sich Faris die Q+A-Session ein bisschen anders vorgestellt und mehr strategische Fragen erwartet. Doch er hat seinen Notizblock parat und schreibt sich alles auf. Vorne auf dem Schreibtisch hat er einen Stapel Visitenkarten hingelegt. „Ich mach mich schlau. Ruft mich an. Ich finde es heraus.“

Tipps und Tricks kommen bei dem dritten Treffen der Primavera Community nicht zu kurz: Wenn Faris nicht weiter weiß, helfen sich die Anwender gegenseitig. Die beiden Community-Leiter, Christian Körner und Sebastian Hunke, haben im Rahmen des Community Day zwei Zeitfenster zum Erfahrungsaustausch eingeplant, in denen sich die Teilnehmer gelassen unterhalten können. Es sind Fallbeispiele aus der Praxis, wie etwa die zweisprachige Nutzung von Primavera – auf Deutsch und Russisch.  

Ein Blick über den Tellerrand von Primavera hinaus sei zum Abschluss der Veranstaltung auch mal erlaubt. Oracle präsentiert Analysemöglichkeiten auf Primavera Datenbasis mit Hilfe von P6 Analytics und BI Publisher. Gerade auch solche Betrachtungen bereichern die Community Days.

Für das Jahr 2012 sind wieder zwei Veranstaltungen geplant. Der erste Community Day soll im Rahmen der DOAG Applications am 10.05.2012 in Berlin stattfinden. Ein weiteres Treffen ist für den 14.10.2012 in Mainz oder Wiesbaden geplant. Wahrscheinlich wird Dick Faris auch bei einem dieser Events wieder vertreten sein. Mit Notizbuch – versteht sich.