"Aufgrund der Themenvielfalt und -tiefe erzeugt die Anwenderkonferenz erheblich größeren Mehrwert als so manche Schulung"

  • Erstellt von Martin Meyer
  • Konferenz + Ausstellung, Development, Datenbank

Jan Gorkow, Senior Managing Consultant beim IT-Beratungsunternehmen Dataciders SD&C, erläutert uns in einem Kurz-Interview, warum er seit vielen Jahren für die DOAG Konferenz + Ausstellung schwärmt.

Hallo Jan, du kommst dieses Jahr erneut zu unserer großen Anwenderkonferenz nach Nürnberg. Was schätzt du an der Konferenz + Ausstellung?

Insbesondere schätze ich an der Konferenz das beeindruckende Vortragsprogramm, bei dem man sich oftmals gerne klonen würde, um mehr als eine der über 15 parallellaufenden Sessions live besuchen zu können. Dem Auswahl-Komitee gelingt es hierbei aus meiner Sicht immer wieder hervorragend, einen interessanten und ausgewogenen Mix aus Vorträgen des Herstellers Oracle zu New Features und Best Practices, Projektberichten von Anwendern und Consultants bis hin zu Soft-Skill-Themen zusammenzustellen. Das bringt mich automatisch zu dem Teilnehmerkreis: Neben Anwendern sind unter anderem auch stets Oracle-Produktmanager und -Entwickler vertreten, mit denen sich sehr leicht ins Gespräch kommen lässt. So konnte ich persönlich auch schon so manches technische Detailproblem direkt adressieren und Lösungsansätze beziehungsweise neue Ideen, andere Wege zu beschreiten, mitnehmen. Umgekehrt schätze ich es aber auch ebenso, die Community im Rahmen meiner eigenen Vorträge an meinen Erfahrungen und Lösungsansätzen teilhaben zu lassen beziehungsweise mich hierzu auszutauschen.

Welche Themen und warum präsentierst du den Besucherinnen und Besuchern dieses Jahr?

Zusammen mit Knut Göttling von der Deinland Solar habe ich gleich am ersten Konferenztag meine erste Co-Session überhaupt. Unter dem Titel "Die Macht der Cores – Viele Hände, schnelles Ende" werden wir am Beispiel des Ladens von Geodaten aus öffentlich zugänglichen Quellen zeigen, wie sich derartige Workloads durch Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen, insbesondere der CPU-Cores, bezüglich ihrer Laufzeit optimieren lassen. Im Laufe meines Beraterlebens sind mir nicht selten Systeme untergekommen, die aufgrund einzelner sequenzieller Verarbeitungsschritte nicht ansatzweise voll ausgelastet waren, während die Anwender gleichzeitig entsprechend lange auf die Ergebnisse des finalen Verarbeitungsschrittes warten mussten. Durch eine intelligente Parallelisierung lässt sich dieses Dilemma lösen und so hoffe ich, dass unsere Zuhörer neue Ideen mitnehmen können, um ihre Implementierungen entsprechend zu optimieren.

Mein zweiter Vortrag befasst sich mit dem Thema der Datenreplikation zur losen Kopplung von Datenbanken. Hier berichte ich von einem Kundenprojekt, bei dem industrielle Produktionsmaschinen von ihrem zentralen IT-Backend entkoppelt werden sollten, um sowohl die Ausfallsicherheit als auch die Wartbarkeit zu erhöhen. Hierzu bekam jede Maschine ihre eigene kleine lokale Datenbank, welche ihre Daten im Hintergrund mit der zentralen Datenbank in beide Richtungen austauscht. 

Was erwartest du Neues in Sachen Technologie zu erfahren?

Das Thema KI ist heute kaum noch aus einer längerfristig gedachten IT-Strategie weg zu denken. Oracle bietet hierfür durch eine Vielzahl von Basis-Features die erforderliche Infrastruktur. Beispiele hierfür sind der Vektor-Datentyp sowie die Vektor-Suche, beides direkt und sehr tief in die Datenbank integriert. Zum einen bin ich gespannt, was es an weiteren und neuen Features gibt, vor allem, da dieser Tage die Oracle AI Database 26ai Free released wurde. Und zum anderen freue ich mich auf Vorträge, die entsprechende KI-Anwendungsfälle vorstellen. Und wer weiß? Vielleicht lässt sich auf dieser Konferenz ja auch in Erfahrung bringen, wann die neuen Database 23ai als Standard sowie Enterprise Edition endlich auch für die On-Premise-Kunden erscheint. Ich weiß, dass viele und gerade auch deutsche Kunden händeringend hierauf warten.

Warum kannst du Neulingen oder noch Unentschlossenen empfehlen, die Anwenderkonferenz auch in diesem Jahr zu besuchen? Mit welchen Argumenten könnte man seinen Chef überzeugen?

Aufgrund der Themenvielfalt und -tiefe erzeugt die Konferenz + Ausstellung erheblich größeren Mehrwert als so manche Schulung, die sich oftmals nur auf einzelne, spezifische Themen konzentriert. Dieser Effekt wird durch die Zusammenlegung mit der KI Navigator und der Low-Code Creator in diesem Jahr sogar noch immens verstärkt. Allein hierdurch schwingt das Kosten/Nutzen-Pendel meines Erachtens klar in Richtung dieses Konferenzformates. Darüber hinaus sprechen für eine Teilnahme der persönliche Austausch mit Experten und Gleichgesinnten sowie die großartige Organisation durch die DOAG und die tolle und inzwischen über viele Jahre bewährte Location im NCC.  

Besuchst du auch Sessions der KI Navigator und der Low-Code Creator? Welche Sessions besuchst du nach deinen Vorträgen? Schon Pläne?

Ganz konkrete Pläne habe ich noch nicht. Aber es gibt für mich einige Referenten, bei denen ich auf jeden Fall vorbeischauen werde. Hierzu zählen unter anderem Karin Patenge, Ulrike Schwinn und Carsten Czarski.

Erinnerst du dich noch an deine erste Konferenz-Teilnahme? Wie oft warst du schon dabei? Besondere Erlebnisse?

Wenn ich mich recht entsinne, war ich 2012 zum ersten Mal dabei. Bis auf wenige Ausnahmen war ich seitdem auch so gut wie jedes Mal vor Ort. Ich vermag es nicht mit Gewissheit zu sagen, aber es kann gut sein, dass es in diesem Jahr bereits meine 10. Teilnahme wird, wenn nicht sogar schon die 11...
Zwei besondere Erlebnisse fallen mir da auf Anhieb ein: Zum einen mein erster eigener Vortrag unter dem Titel "PL/SQL Performance extrem", mit dem ich 2015 erstmals auf der Bühne stand. Ich war im Vorfeld und auch während der Session recht aufgeregt, habe aber auch sehr schnell festgestellt, dass mir das sehr viel Spaß machte und bis heute macht. Und so reiche ich auch bis heute immer wieder gerne Vortragsthemen ein.
Ein zweites besonderes Erlebnis war das Wiedersehen mit Markus Michalewicz, inzwischen Vice President des Mission Critical Database Product Managements bei Oracle, da mich seine Karriere einfach sehr beeindruckt hat. Ich kenne ihn noch aus seinen Consulting-Tagen hier in Deutschland, als er kurz nach der Jahrtausendwende meinen Kollegen von der IT-Abteilung der Deutsche Post AG und mir im Rahmen der Oracle Hackers Weekends den Real Application Cluster erklärt hat.

Ist die große DOAG-Konferenz so etwas wie ein Klassentreffen mit vielen bekannten Gesichtern für dich?

Ja, in der Tat. Und die Klasse wird immer größer. Neben den regelmäßig teilnehmenden Referenten von Oracle sowie vielen Berater-Kollegen und Kunden freue ich mich dieses Jahr ganz besonders darauf, einige Oracle ACEs wiederzusehen, zu deren Kreis ich mich seit zwei Jahren dank der Community auch zählen darf.

 

Jan Gorkow ist mit zwei Sessions auf der DOAG 2025 Konferenz + Ausstellung vertreten:

Die Macht der Cores - "Viele Hände, schnelles Ende" (mit Kurt Göttling)

Datenreplikation auf Basis von Advanced Queuing zur losen Kopplung von DBs

 

Sechs weitere Interviews aus unserer Serie:

Martin Bach

Dani Schnider

Marco Pachaly-Mischke

Markus Kißling

Wolf G. Beckmann

Thomas Beetz

 

Die Anwenderkonferenz

📍DOAG 2025 Konferenz + Ausstellung | Nürnberg Convention Center 

📅 18.–21. November 2025 

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