War Oracle Database 12c Release 1 mit seiner „Multitenant-Option“ seit seinem Erscheinen im Juni dieses Jahres in aller Munde, so ist spätestens seit der Oracle Open World das angekündigte In-Memory-Feature Thema Nummer eins. In einer Zeit, wo eine Innovation die andere vom Platz fegt, nimmt die DOAG 2013 Konferenz + Ausstellung diese Technologien unter die Lupe. Im Gespräch mit Günther Stürner, Vice President und Leiter der Business Unit Server Technologies bei Oracle, hat sich die DOAG über Aktuelles und Kommendes unterhalten.
Was macht Datenbanken immer noch so interessant?
Günther Stürner: Es gibt im Wesentlichen zwei Treiber, der eine ist Big Data und der andere ist In-Memory. Big Data ist für mich keine Magie, sondern harte Arbeit. Allerdings lässt sich aus Datenschrott auch mit Big Data kein Gold machen. Bei der In-Memory-Technologie kommt es darauf an, die richtigen Daten zur richtigen Zeit im Hauptspeicher zu haben.
Wie schneidet die neue Datenbank im Vergleich zu den Datenbanken anderer Hersteller ab?
Die Version 12c ist die vollständigste Datenbank am Markt. Andere Systeme zwingen dazu, Funktionen aufwändig nachzuprogrammieren oder inakzeptable Workarounds zu schaffen. Das ist für mich das Gegenteil von nachhaltigen IT-Systemen.
Bereits die Oracle Maximum Availability Architecture (MAA) in der Datenbank 11g R2 lässt im Bereich Hochverfügbarkeit kaum Wünsche offen. Wo kann 12c noch Verbesserungen einbringen?
Es ist richtig, dass Oracle 11g im Bereich Hochverfügbarkeit (HA) eine Vielzahl hochklassiger Funktionen bietet und bereits mit 11g das Maß der Dinge erreicht ist. Aber auch hier gilt, das Gute kann man noch verbessern. Um nur einige Punkte zu nennen: Mit Transaction Guard lässt sich die Maxime „always on“ auf Anwendungen ausdehnen, Flex ASM macht ASM ausfallsicher, Far Sync Standby bietet synchrone Data-Guard-Architekturen auch über große Entfernungen, ohne dass die Performance des Produktivsystems negativ beeinflusst wird. Hinzu kommt ein neuer Service, um aus den unterschiedlichen Möglichkeiten die optimale HA-Architektur zu finden. Dieses HA-Assessment wird durch Spezialisten aus meinem Team durchgeführt. Ich bin sicher, dass viele Kunden bereits eine sehr gute, eine optimale Architektur haben, aber es gibt sicherlich auch Punkte, die wir gemeinsam finden, um eine entsprechende Umgebung noch besser zu machen.
In welcher Form wird die Datenbank 12c auf der DOAG 2013 Konferenz + Ausstellung präsentiert?
Unser Datenbank-Entwicklungs-Chef Andrew Mendelsohn wird es sich nicht nehmen lassen, Oracle 12c auf der DOAG 2013 Konferenz selbst vorzustellen. Darüber freue ich mich sehr. Es zeigt, dass diese Konferenz einen sehr hohen Stellenwert innerhalb der Oracle Corporation und in den Entwicklungsabteilungen hat – und nicht nur im Datenbank-Umfeld. Darüberhinaus gibt es einen eigenen Oracle-12c-Stream und im Oracle-Demokino wird auch viel über Oracle 12c gesprochen und gezeigt. Die Datenbank 12c wird allgegenwärtig sein. Ich denke man kann sich auf der Konferenz eine sehr gute Know-how-Basis zu diesem Thema anlegen.
Wir haben uns nun über das aktuelle Release unterhalten. Schauen wir mal kurz in die Zukunft. Oracle-Chef Larry Ellison hat auf der Oracle OpenWorld (OOW) für das nächste Datenbank-Release die Einführung einer In-Memory-Option (IMDB) angekündigt. Eine Session wird sich auf der DOAG 2013 Konferenz + Ausstellung dem Thema widmen. Können Sie uns einen kleinen Vorgeschmack auf die Session geben? Wie wird diese Option funktionieren und was ist der Unterschied zu SAP Hana?
Die In-Memory Datenbank Option, die auf der OOW vorgestellt wurde, ist in der Tat eines der Highlights auf der DOAG 2013. Seit der Ankündigung vor wenigen Wochen spüren wir sehr großes Interesse von Kunden und Partnern. Andy Mendelsohn wird auch in seiner Keynote am Dienstag auf diese neue Technologie eingehen. Des Weiteren werden wir am Mittwochvormittag gleich zwei Demo-Sessions anbieten. Hier wird die Produktmanagerin Maria Colgan die IMDB-Option live vorführen und zeigen wie einfach es ist, diese Technologie zu nutzen. Dies ist auch der Charme unserer Lösung. Jede Tabelle beziehungsweise Partition kann mit einem einfachen Befehl als „In-Memory Columnar Tabelle/Partition“ definiert und unmittelbar danach auch genutzt werden. Jeder Oracle Kunde kann mit der IMDB-Option seine Datenstrukturen modifizieren und den Nutzen aus dieser Technologie ziehen. Die IMDB-Technologie ergänzt das gesamte und umfangreiche Oracle12c-Portfolio in hervorragender Weise. Zu SAP Hana nur soviel: Es ist wesentlich einfacher in eine „Enterprise-Class“-Datenbank, wie sie Oracle 12c darstellt, eine „In-Memory Columnar Funktion“ einzubauen als eine „Columnar-In-Memory Datenbank“ mit allen notwendigen Enterprise-Class-Funktionen zu versorgen.
Auf der Konferenz präsentiert Oracle in einer weiteren Session die Oracle Backup Recovery & Logging Appliance (OBRLA), die ebenfalls auf der Oracle OpenWold vorgestellt wurde. Was kann die Maschine und warum sollten die Konferenzbesucher zu dieser Session gehen?
Backup und Recovery Konzepte stehen immer im Mittelpunkt einer Datenbank-Infrastruktur. Oracle bietet bereits heute ein vollständiges Set von Möglichkeiten an. Mit der neuen Backup Recovery & Logging Appliance bietet sich eine exzellente Möglichkeit, die Hochverfügbarkeits-Konzepte, die bei unterschiedlichen Kunden in unterschiedlicher Art und Weise – mal besser mal schlechter – implementiert wurden, zu vereinheitlichen und gleichzeitig die Sicherheit bei Restore- und Recovery-Fällen wesentlich zu erhöhen.


