Einsatz von Oracle DB SE2 auf ODA X-10 endlich möglich

  • Erstellt von Christian Luda
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Oracle ändert seine Lizenzierung und verzichtet bei der ODA X-10 auf die Multichip-Modul-Regel, die bis dato den Einsatz der SE2 verhinderte.

Die ODA X10, die aktuelle Version der Oracle Database Appliance (ODA), wurde im September 2023 auf der Oracle OpenWorld präsentiert. Die wichtigste Neuerung stellte dabei der Wechsel der eingesetzten Prozessoren dar – statt der bisherigen Intel-Xeon-Prozessoren werden nun AMD-EPYC-Prozessoren mit einem Multichip-Design verwendet.

Das Multichip-Design der neuen Prozessoren hatte zur Folge, dass der Einsatz der Oracle Database Standard Edition 2 (SE2) bisher nicht möglich war. Grund dafür ist die Multichip-Modul-Regel, bei der jeder Chip als ein Socket gezählt wird. Bei einem Server mit zwei physikalischen CPU-Sockets, jeweils ausgestattet mit einem 4-Chip-Modul, hätte der Server acht Sockets, während der Einsatz der SE2 auf maximal zwei Sockets beschränkt ist.

Wie Michael Paege, Leiter DOAG Competence Center Lizenzierung, auf seinem Blog berichtet, hat Oracle nun auf diese Problematik reagiert und am vergangenen Freitag einen neuen Lizenzierungsweg veröffentlicht, der den Einsatz der SE2 auf der ODA X10 ermöglicht. Oracle verzichtet ab sofort bei der ODA X10 (und aktuell ausschließlich bei der Version X10) auf die beschriebene Multichip-Modul-Regel. Gleichzeitig gilt dabei nicht mehr die Regel, dass für jeden belegten CPU-Sockel eine Prozessorlizenz für die DB SE2 benötigt wird – von nun an wird eine Lizenz für jeweils acht aktivierte physikalische Cores benötigt, sollte die Anzahl dieser Cores nicht durch Acht teilbar sein, wird aufgerundet. So wären beispielsweise bei zehn aktivierten Cores zwei Prozessorlizenzen nötig. Außerdem gilt, dass das Limit von zwei Prozessorlizenzen pro Server für die SE2 überschritten werden darf – mit maximal vier Lizenzen auf der ODA X10-S und maximal acht Lizenzen pro Server auf der ODA X10-L und der ODA X10-HA.

“Zu begrüßen ist, dass hiermit endlich eine Lösung für die Kombination ODA und DB SE2 geschaffen wurde”, schreibt Michael Paege. “Denn im Markt wird bisher auf ca. einem Drittel der ODAs die DB SE2 eingesetzt. Bei der ODA-S, der kleinsten Version der ODA-Familie, sind es sogar über 50 %. Leider haben wir damit noch keine generelle Lösung für den Einsatz der DB SE2 auf Multichip-Modulen, die mittlerweile auch bei Intels neuer Xeon-Generation immer öfter anzutreffen sind.”

Marco Friebe aus der DOAG Infrastruktur & Middleware Community beurteilt die Neuerung wie folgt: “Wir hätten uns tatsächlich nach der langen Wartephase eine globale Regelung für Multichip-Prozessoren erhofft. Somit ist immerhin jetzt eine Regelung vorhanden, die ein stückweit Planungssicherheit für ODA-Neukunden bzw. -Kunden mit geplanten Systemerneuerungen ermöglicht.”

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