Erhitzte Gemüter und heiße Diskussionen auf der Veranstaltung der SIG E-Business Suite

  • Erstellt von fsc
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"Keine GoB-Zertifizierung des Release 12." Diese Ankündigung sorgte gleich zu Beginn des SIG Day E-Business Suite für heiße Diskussionen. Neben der brandaktuellen R12-Thematik standen aber hauptsächlich beeindruckende Vorträge aus der Praxis sowie der Austausch zwischen den Anwendern und Vertretern von Oracle im Mittelpunkt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung am 24. April 2008 in Düsseldorf durch Dr. Frank Schönthaler, Leiter der SIG E-Business Suite. In seinen Begrüßungsworten würdigte er die Bedeutung der Special Interest Group innerhalb der deutschen Oracle-Community und wünschte allen Anwesenden einen diskussionsreichen Tag. Dieser Wunsch ging auch gleich beim ersten Vortrag in Erfüllung. Dirk Schneider, Consulting Practice Director bei Oracle Deutschland, referierte über das Release 12 im praktischen Einsatz und stellte anhand unterschiedlicher Szenarien eindrücklich die Neuerungen des aktuellsten Upgrades dar. Heiß diskutiert wurde dabei der Standpunkt Oracles, aus Kosten- und Aufwandsgründen R12 nicht nach GoB-Standard zu zertifizieren. Bei den Anwesenden stieß diese Weigerung auf breites Unverständnis. Die heftigen Reaktionen der EBS-Nutzer und die nachfolgenden Interventionen der DOAG auf nationaler und internationaler Ebene zeigen mittlerweile Wirkung: Oracle nimmt die Sorgen der Anwender ernst und hat eine baldige Lösung dieses Problems in Aussicht gestellt. In jedem Fall wird die DOAG diese Thematik als Anwalt der Anwendergemeinde weiter verfolgen.

In einem der Vorträge stellten Werner Wagner und Axel Bröker die Integration von Geschäftsprozessen mit der E-Business Suite bei Hutchison 3G Austria GmbH vor. Die Herausforderung dieser Aufgabe liegt insbesondere im Handling einer Vielzahl von Schnittstellen zu externen IT-Systemen. Als Chance, diese Schnittstellen zu reduzieren, sehen die Referenten die Fusion Middleware. Zeitgleich stellte Stefan Sack, Direktor Agile PLM bei Oracle EMEA, die Möglichkeiten eines unternehmensweiten Product Lifecycle Managements (PLM) mit Agile vor. Anhand vieler Praxisbeispiele wurde die umfassende Funktionalität der Lösung realitätsnah veranschaulicht.

Für einen spannenden Überblick über die neuen Features des Release 12 sorgte Dirk Blaurock, freiberuflicher Oracle Oracle-EBS-Berater. Besonders die neue E-Business-Tax-Architektur, die Patches zur länderspezifischen Konfiguration und eine entsprechende Dokumentation zur Verfügung stellt, fand großen Anklang. Danach folgte eine Darstellung der Oracle Application Architecture (AIA) von Thomas Fricke, Principal Sales Consultant bei Oracle. Den Kern dieser Plattform bilden hinterlegte Datenstrukturen, wodurch der Integrationsaufwand von eigenentwickelten Anwendungen oder solchen von Drittanbietern mit Oracle-Applikationen drastisch reduziert wird. Während des Vortrags wurden Stimmen laut, welche die AIA lediglich als Plattform sehen, mit der Oracle die Integration der Fusion Application auf die Kunden abwälzen wolle.

Der DOAG SIG Day E-Business Suite in Düsseldorf war aufgrund der abgestimmten Themenwahl und reger Diskussionen für alle Beteiligte ein voller Erfolg. Inhaltlich wurde besonders deutlich, dass eine GoB-Zertifizierung des R12 für die EBS-Community unerlässlich ist. Zudem stehen die Lokalisierung und die Fusion Applications im Mittelpunkt des Interesses. Somit wird der zweite DOAG SIG-Day E-Business Suite des Jahres am 1. Oktober 2008 in Salzburg mit Spannung erwartet.