In der aktuellen Ausgabe fragt die Redaktion der Business News durchaus ernst gemeint: Sind Ethik, Green IT und Nachhaltigkeit das Business der Zukunft? Schon einmal, im August 2020, hatte die Business News auf der Suche nach "nachhaltigem Innovations- und Produktmanagement" einen Schwerpunkt dieser Art (siehe Red Stack Magazin inkl. Business News Nr. 5/2020).
Ein knappes Jahr später haben wir wieder spannende Antworten auf Fragen bekommen, die auch in der Welt der Business Solutions immer mehr an Bedeutung gewinnen: Wie sieht die Rolle der Ethik im zukünftigen Datenmanagement aus? Was kann künstliche Intelligenz im Einsatz für Nachhaltigkeit tun und wie findet man Wege aus dem ökologischen Lock-in, gestaltet nachhaltige Geschäftsmodelle?
Datenethik als neue Disziplin
So schreibt zum Beispiel Denise Baidinger in ihrem Artikel "Die Rolle der Ethik im Datenmanagement" ab S. 85: "Nachhaltigkeit und Ethik sind meiner Meinung nach die neuen Säulen der unternehmerischen Reputation und beeinflussen damit mittel- und langfristig den Unternehmenswert deutlich. Somit kann festgehalten werden, dass die Datenethik als neue Disziplin innerhalb der Wirtschaft, aber auch Wissenschaft, eingeführt werden muss, um die Diskussionen umfangreich und zielführend zu führen."
Green Services und nachhaltiges Wirtschaften
Die Autor*innen Ana Paula Rivas und Dr. Thomas Karle (DOAG Vorstand Business Solutions) beleuchten im Leitartikel der Business News Nr. 3/2021 einen ganz anderen Aspekt: "Ein Geschäftsprozess kann als eine Reihe von Aktivitäten betrachtet werden, der im Rahmen seiner Durchführung Werte schafft. Diese Wertschöpfung ist der Kern eines jeden Geschäftsmodells. In einem nachhaltigen Geschäftsmodell wird diese Wertschöpfung auf Basis von nachhaltigen Dienstleistungen, sogenannten Green Services oder auch Eco Services, erbracht." In "Wege aus dem ökologischen Lock-in: Gestaltung nachhaltiger Geschäftsmodelle" ab S. 76 bekommen Unternehmen u.a. einen Fahrplan aufgezeigt, wie ihre bisherigen Geschäftsprozesse eine grüne Transformation durchlaufen können.
Dass neben der Cloud auch das Thema Nachhaltigkeit in den höchsten Ebenen der deutschen Wirtschaft angekommen ist, bestätigt Trevisto-Vorstand Jens Horstmann im Interview über die Zusammenarbeit im KI-Projekt mit Siemens und Fraunhofer IIS ab S. 92: "Bei einem so großen Player wie Siemens spielen globale Fragestellungen des nachhaltigen Wirtschaftens eine große Rolle, in technischer Hinsicht zukünftig das Thema Cloud."
Ressourcen-schonende KI
Wie KI zum Einsatz kommt, um Produktionsprozesse zu optimieren, zeigt Oliver Fuhrmann in seinem Artikel "Künstliche Intelligenz im Einsatz für Nachhaltigkeit – Prozessanalyse mit KI" ab S. 90: "Aufgabe ist das Erstellen eines neuen Algorithmus zum Abgleich der Leistungsschalter mit dem Ziel, Ausschüsse und Nacharbeitskosten nach der Grenzstromprüfung zu reduzieren. Mit diesem Ansatz können Predictive-Quality-Methoden entwickelt werden, die durch geringere Prüf- und Nacharbeitsaufwände zum einen Kosten einsparen und zum anderen dazu beitragen, Ressourcen-schonender und somit nachhaltiger zu produzieren."
Machine Learning und Feel Good Management
Flankiert werden diese Beiträge von zwei sehr interessanten Interviews. Dabei blickt Jochen Wießler, Vice President ERPM Oracle Deutschland, in die nahe Zukunft: "Die zunehmende Digitalisierung der Prozesse und die Anforderungen von sich stetig ändernden Märkten/Geschäftsmodellen werden die Verbreitung von Cloud-basierten ERP-Systemen weiter beschleunigen." In: "KI und Machine Learning werden uns helfen, weiterhin im Enterprise Data Management für Unternehmen die beste Wahl zu sein." Gespräch mit Jochen Wießler, ab S. 83.
Abschließend gewährt uns Anne Driescher, Fachbereichsleiterin Recruiting & Staffing der MT AG, Einblicke in ihre Arbeit, zu der auch das Feel Good Management (FGM) gehört – eine Disziplin der so genannten "New Work", von der viele Experten behaupten, dass sie in den sich aktuell verändernden Arbeitswelten mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird: "Das FGM bei der MT AG beschreibt die individuelle Betreuung unserer Kolleginnen und Kollegen mit dem Ziel, die Zufriedenheit, das Engagement, die Motivation und auch die Identifikation unserer Mitarbeiter mit der MT AG zu erhöhen, ihre Gesundheit zu fördern und die Fluktuation zu senken." In: "Ein respektvoller und wertschätzender Umgang ist ein absolutes Muss und muss von allen gleichermaßen gelebt werden." Gespräch mit Anne Driescher, ab S. 87.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!
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Bild von Mees Groothuis auf Pixabay


