Faszination Technik

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Wenn Frank Püchl über seinen Beruf – und allgemeiner über Technik – spricht, nimmt er ziemlich oft das Verb „faszinieren“ in den Mund. Vermutlich verwendet er die Vokabel öfter, als ihm lieb ist. Aber kein Terminus aus dem deutschen Wortschatz könnte die fesselnde Wirkung, die Technik auf ihn ausübt, besser beschreiben. Deswegen nutzt er den Begriff in allen denkbaren Variationen.

Frank PüchlWenn Frank Püchl über seinen Beruf – und allgemeiner über Technik – spricht, nimmt er ziemlich oft das Verb „faszinieren“ in den Mund. Vermutlich verwendet er die Vokabel öfter, als ihm lieb ist. Aber kein Terminus aus dem deutschen Wortschatz könnte die fesselnde Wirkung, die Technik auf ihn ausübt, besser beschreiben. Deswegen nutzt er den Begriff in allen denkbaren Variationen.

Als Kind wollte Frank nicht wie die anderen Kinder Feuerwehrmann werden. Er stellte sich vielmehr eine Karriere als Pilot vor. „Die Kontrolle über eine Maschine zu haben – das hat mich fasziniert“, erzählt der Datenbankentwickler. „Ich finde es heute noch beeindruckend“, fügt er hinzu. Einen Flieger hat er nie gesteuert, dafür aber ein Super-Sportlermotorrad (eine Honda Fireblade), das er in diesem Jahr gegen ein Mountainbike ausgetauscht hat.

Im Beruf hat er seine Erfahrungen mit Großrechnern gemacht (damals Mainframes von Siemens mit BS2000/OSD als Betriebssystem) – ein vergleichbares Gefühl, wie er meint. Dabei geht es nicht hauptsächlich um Kontrolle. Verstehen, wie Technik funktioniert und wissen, was man damit machen kann – das reizt den Dachauer über alles.

Trotz seiner Leidenschaft für die Technik deutete in seiner Kindheit nichts auf eine IT-Laufbahn hin – und schon gar nicht als Oracle-Geek. Nach seiner Mittleren Reife im technischen Bereich empfehlen ihm die Lehrer, von einer technischen Ausbildung abzusehen. Das war Mitte der 80er. Er entscheidet sich für eine Ausbildung zum Industriekaufmann und fängt bei der KONEN Herrenkleiderfabrik KG in München an. Aber wer einmal das Fähnchen der Technik hochgehalten hat, kann sein Leben lang nicht mehr davon loslassen: Die Kalkulationen realisiert seine Abteilung mit Microsoft Multiplan. Der Azubi bastelt mit BASIC schöne Kalkulationstabellen. Der EDV-Leiter wird darauf aufmerksam und holt ihn in die IT-Abteilung, die er dann erst eine gute Dekade später wieder verlässt. Er lernt COBOL und Informix-4GL und wird zunächst Organisationsprogrammierer, später stellvertretender Entwicklungsleiter.

Der Programmierer hat sich während den etwas mäandrischen Anfängen seiner Laufbahn mit vielen Datenbank-Systemen auseinandergesetzt – „aber eher oberflächlich“, betont er. Zuerst bei KONEN mit dem Datenbank-Abfragesystem CIS (Compact Information System) von Siemens und Informix-Online, später mit heterogenen Systemlandschaften, die Sybase, IBM DB2, Microsoft SQL Server und Oracle einsetzten. Im Laufe der Zeit habe er die Liebe zur Datenbankentwicklung gefunden und seine fachlichen Kenntnisse nach und nach vertieft.

Inzwischen arbeitet er nur noch auf Oracle. Für ihn das Nonplusultra. „Die Oracle-Datenbank entwickelt sich dahin, wo auch die Welt sich weiterentwickelt“, meint der 45-Jährige. Oracle hält er für die beste Wahl im Datenbank-Umfeld. „Vermutlich ist es daran geschuldet, dass ich die Datenbank sehr gut kenne“, ergänzt er nach einer kurzen Pause. Dabei sind’s die vielen kleinen Details – wie etwa die NLS-Parameter (National Language Support), die ihn in der Datenbank des Weltmarktführers beeindrucken. „Sehen, verstehen und wissen, dass man sich darauf verlassen kann“ – das schätzt er an Oracle.

Seit 2002 arbeitet der gelernte Industriekaufmann im Headquarter des Bonusprogramms PAYBACK, der inzwischen weltgrößten Multichannel-Marketingplattform. Im Unternehmen verantwortet der Senior Data Architect die Datenbankentwicklung im OLTP-Bereich. Aktuell arbeiten er und sein Team – 20 festangestellte Entwickler, zahlreiche externe Entwickler und 6 Datenbankadministratoren – unter Oracle Database 11gR2. Darüber hinaus ist er auch Team-Leiter Database Technologies &CCM (Change and Configuration Management).

Anfang 2011 startete Frank Püchl das Projekt „PAYBACK Global“, mit dem Ziel, sich für die immer stärker werdende Internationalisierung zu rüsten. Denn PAYBACK, inzwischen Teil der American Express Gruppe, gibt es nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in Polen, Indien und Mexiko – weitere Länder sollen folgen. Das Prinzip, mit nur einer Karte bei vielen Unternehmen Punkte zu sammeln und so dem Kunden durch ein schnelles Punktesammeln, den Partnern durch einen starken Verbund und Customer Insight viele Vorteile zu verschaffen, bewährt sich international. In Deutschland sind Unternehmen wie Aral, Kaufhof, dm, real, Rewe, Apollo-Optik oder Sixt daran beteiligt. Online können Kunden zum Beispiel bei Amazon, expedia, Zalando oder ebay Punkte sammeln.

Für das webbasierte, zentralgesteuerte Coupon-Management suchte PAYBACK nach einer Möglichkeit, das System ins Ausland auszurollen, ohne die bestehenden Data Warehouse und OLTP-Systeme zu belasten. Nach all den Jahren, in denen er sich ausschließlich mit Oracle Database beschäftigt hat, wagt er nun einen kleinen Ausflug außerhalb des relationalen Ansatzes. Und stößt auf die Oracle NoSQL Database. „Sie passte wie maßgeschneidert auf unseren Use-Case“, erzählt er. Die Datenbank wurde in das bestehende System integriert. Nun werden die Coupons und deren Zuordnung zu PAYBACK Kunden innerhalb der Oracle NoSQL DB gespeichert. Womit die NoSQL-Datenbank punkten kann, erklärt er in seinem Vortrag auf der DOAG 2013 Konferenz + Ausstellung.