Anlässlich ihrer Wahl unterhielt sich Martin Meyer, Redaktionsleiter des Red Stack Magazins, mit dem neuen Vorstandsmitglied über ihren Werdegang, ihren Weg zur DOAG sowie ihre Ziele und Erwartungen für die Zukunft der Infrastruktur & Middleware Community.
Frau Steger, bitte stellen Sie sich kurz vor. Womit beschäftigen Sie sich beruflich?
Ich bin 51 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder. Seit 1998 arbeite ich im Themenfeld Oracle-Datenbanken. Damals hatte ich beim Hersteller als DBA angefangen. Seit 2001 bin ich bei Morse/Inforsacom/Logicalis. Nicht nur die Firma hat sich verändert, auch ich habe mich vom Datenbank Consultant hin zum Solution Architect mit Presales-Fokus und seit September 2021 zum Manager Database & Engineered Systems entwickelt.
Die Exadata-Thematik begleitet mich bereits seit 2010, und 2013 hatte ich meinen ersten Exadata-PoC. Die Themenfelder Engineered Systems und Oracle Cloud sind dann im Laufe der Jahre meine Schwerpunkte geworden. Kunden bei der richtigen Lösung für ihre Datenbank-Architektur zu beraten ist das, was mich in diesem Zusammenhang begeistert.
Wie und warum sind Sie zur DOAG gekommen?
Ich war 2004 auf meiner ersten DOAG-Konferenz, die damals noch in Mannheim stattfand.
Seit 2015 habe ich jährlich Vorträge auf dem Exaday und der DOAG-Konferenz gehalten und habe auch schon mehrere Artikel für das Red Stack Magazin geschrieben. Auf den Konferenzen war ich in den letzten Jahren in meiner Funktion als Presales und Solution Architect oft auch für den Standdienst eingeteilt und habe dort den regen Austausch mit vielen Kunden und ehemaligen Kollegen genossen.
Was macht die DOAG für Sie aus?
Die DOAG bietet die Möglichkeit, interessante Vorträge und Projektberichte von Endanwendern und anderen Beratern zu hören, Wissen an andere weiterzugeben, sich mit Kunden auszutauschen, neue Hersteller-Infos zu erhalten und Freunde und Bekannte zu treffen. Diese Mischung ist im Oracle-Umfeld in Deutschland einmalig.
Was sind die Themen, die für die Infrastruktur & Middleware Community wichtig sind?
Die Themen der verschiedenen Architektur-Lösungen für Oracle- und Postgres-Datenbanken treiben viele Endanwender und Fachbereiche um. Dies umfasst sowohl die OnPremises- Lösungen, zum Beispiel für Oracle die Oracle Exadata und ODA, aber auch mögliche Cloud-Lösungen. Da es für die Cloud-Architekturen für Oracle-Datenbanken seitens Oracle verschiedene Randbedingungen gibt (Lizenzierung, Einsatz von Oracle RAC), sehe ich da viel Beratungsbedarf, bei dem die DOAG Infrastructure & Middleware Community unterstützen kann. Auch planen wir eine Arbeitsgruppe Cloud-Infrastructure-Betrieb analog zur bereits bestehenden Engineered-Systems-Arbeitsgruppe, mit einer Mailing-Liste und quartalsweisen Online-Meetings, in denen man sich zu Fragen in diesem Themenfeld austauschen kann.
Wie beurteilen Sie die Zukunft von Cloud und Cloud Native?
Es gibt nach wie vor das Spannungsfeld des Datenschutzes, weshalb Public-Cloud-Angebote von Kunden zögerlich wahrgenommen werden. Aber das Interesse ist da, mit flexiblen und skalierbaren Lösungen dynamischer wachsen zu können und sich über PaaS-Lösungen im Bereich der Datenbank-Administration zu entlasten. Auch gibt es inzwischen vermehrt Kunden, die offen für einen Wechsel von einer virtualisierten Lösung, wie etwa VMware, hin zu einer Container-Lösung sind. Es soll für den Betreiber der Lösung zunehmend automatisierbar sein, und gezielt Lösungen für die verschiedenen Applikationen eines Kunden bieten, ohne dabei viel Overhead zu verursachen. Da ist es natürlich konsequent, nicht nur an Microservices zu denken, sondern auch neue Lösungen über Functions und Events zu entwickeln. Da aber viele Applikationshersteller noch nicht so weit mit ihrer Lösungsarchitektur sind, dauert diese Entwicklung wohl noch etwas.
Wie nehmen Sie die Entwicklung der DOAG wahr und was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich finde es sehr gut, dass sich die DOAG für neue Themenfelder und Hersteller öffnet und auch die Entwicklung der modernen Architektur-Themen als engagierter Moderator und Motivator unterstützen will. Denn die Anforderungen der DOAG-Kunden ändern sich, und damit auch das mögliche Themenportfolio der DOAG.
Ich selbst wünsche mir, dass diese Modernisierung auch Impulse in Richtung jüngerer DOAG-Mitglieder erzeugt, und dass sich so eine vielfältige Community mit vielen Anregungen und einem regen Austausch in den Bereichen Datenbanken, Datenbank-Architekturen (egal ob in der Cloud oder im Rechenzentrum) und Anwendungsentwicklung ergibt.


