JavaOne: Oracle zählt auf Kontinuität

  • Erstellt von DOAG Online
  • Java, Themen

Die JavaOne-Besucher mussten sich am Sonntagabend entscheiden: Erstmals fand parallel zur der Eröffnungskeynote der Oracle OpenWorld die Strategiekeynote der JavaOne statt. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gab es in diesem Jahr nur noch eine einzige Keynote. Dass zwei Veranstaltungen zusammengelegt wurden, schaffte wiederum Platz für zirka 80 zusätzliche Sessions. Diese wurden zu 60 Prozent von Mitgliedern der Java-Community gehalten. Oracle betonte die Kontinuität der Arbeit mit der Community. Die gestrige Java-Keynote war auch Anlass, eine Bilanz zu ziehen und die weitere Roadmap vorzustellen.

Java SE erfreut sich insgesamt stärkerer Beteiligung von Unternehmen wie Suse oder CBOE. Auch Open JDK findet immer mehr Zuspruch und verbucht 68 neue Einzelkontributoren. Im Java Community Process (JCP) wurde die Zusammenführung der beiden Executive Commitees von Java SE und Java ME eingeleitet. 

Das Projekt Penrose, das die Interoperabilität zwischen Project Jigsaw and OSGi sicherstellen soll, wurde vorgestellt. Gearbeitet wurde auch am Open-Sourcing von Java FX sowie dem Projekt Sumatra. Dieses soll eine transparente Unterstützung von graphics processing units (GPUs) und accelerated processing units (APUs) für die JVM (Java virtual machine) ermöglichen, was wiederum zu einer besseren Performance führen soll. Inzwischen ist Java 7 für zwei weitere Plattformen verfügbar: Mac OSX und Linux/ARM. 

Für JDK 8 geht das Projekt Lambda, das 2011 angekündigt wurde, in die finale Phase, während die Modularität Bestandteil von JDK 9 ist. Im Projekt Nashorn wird an einer neuen und performanteren JavaScript-Implementierung auf der JVM gearbeitet, die auch besser mit Java zusammenspielt. Ferner existiert seit JDK 7 mit invokedynamic eine Unterstützung dynamischer Sprachen auf der JVM. 2011 kündigte Oracle auch die Integration von Java FX3.0 in JDK 8. Die Umsetzung soll tatsächlich kommen  – allerdings soll dies unter dem Namen Java FX 8 erfolgen. Java FX ist noch nicht Teil der Java SE-Spezifikationen. Auch die aktuellen Fortschritte in puncto Modularität basierend auf Jigsaw wurden vorgestellt. Diese ist für Java 9 vorgesehen.

Mit Java Embedded sieht Oracle einen Markt, der kommerzielles Potential hat und noch nicht erschlossen wurde. Aus diesem Grund will Oracle die Entscheider im Rahmen der Konferenz Java Embedded @JavaOne adressieren. Die Konferenz findet am 3. und 4. Oktober In San Francisco statt. Das sogenannte „Internet of Things“ – so das Schlagwort der gestrigen Keynote – soll von Java Embedded profitieren.

In der jüngsten Vergangenheit war das Java-Plugin mehrfach aufgrund von Security-Problemen negativ aufgefallen. Oracle beabsichtigt, sich nun von diesem zu verabschieden. Allerdings wird das Projekt nur langfristig realisierbar sein, damit eine Aufwärtskompatibilität weiterhin gewährleistet werden kann.

Während der Schwerpunkt bei Java EE 7 klar auf HTML 5 und Web Socket lag, ist in Java EE 8 klar die Unterstützung von Cloud-Architekturen im Vordergrund. Deswegen werden Erfahrungen in entstehenden  PaaS-Implementierungen gesammelt und an der Mandantenfähigkeit zur Unterstützung einer SaaS weitergearbeitet.