Ihre beiden Veranstaltungen "Oracle 11g Performance Forecast" und "Oracle 11g Performance Firefighting" waren ausgebucht und für die Wiederholung im September gehen bereits die Anmeldungen ein. Worauf führen Sie das große Interesse an den beiden Themen zurück? Analog zu den sich ständig vergrößernden Hardware-Ressourcen ist die Durchschnittsgröße von Datenbanken in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Auf der anderen Seite nimmt die Komplexität der Oracle-Software durch neue Features weiter zu. Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass der Lifecycle von Applikationen kürzer wird und sich die Tendenz zu einer immer schnelleren Entwicklung und Systemeinführung verstärkt. Dies hat dazu geführt, dass der Zeitdruck für alle Beteiligten in vielen Fällen enorm ist, was sich zwangsläufig auf die Qualität der Datenbank-Applikationen auswirkt. Alle diese Faktoren haben zu einer wachsenden Anzahl von Incidents auf Grund von Performance-Problemen geführt. Zudem laufen gerade die kritischen und großen Datenbanken unter Oracle. Viele Unternehmen haben dies erkannt und haben deshalb das Thema bereits in ihr Risk-Management integriert. Das Ziel besteht darin, Performance-Problem abzuwenden, bevor sie überhaupt entstehen. In Zeiten knapp bemessener Kassen ist es besonders wichtig, dass IT-Budget effektiv einzusetzen. Mithilfe von Performance Forcasts kann einer Überdimensionierung von Hardware vermieden werden. Das Einsparungspotenzial ist dabei enorm. Wenn es dann doch zum Incident kommt, ist es wichtig kompetent an die Ursachenanalyse und Problemlösung heranzugehen um die Ausfallzeit möglichst gering zu halten. Jeder, der sich bereits mit Oracle beschäftigt hat, kennt die Höhe der Anforderungen, die in solch einer Situation an den Datenbank-Administrator gestellt werden. Unterm Strich werden diejenigen das Performance-Risiko beherrschen, die sowohl in eine effektive Beseitigung als auch die Vermeidung von Performance-Incidents investieren. Die Mehrzahl der Teilnehmer hatte deshalb auch beide Seminare gebucht.
Was hat Ihnen bei den beiden Veranstaltungen in der DOAG KonferenzLounge besonders gut gefallen?
Neben einer technisch modernen Ausstattung zeichnet sich die DOAG KonferenzLounge durch die an den Veranstaltungsraum angeschlossenen Räumlichkeiten aus, die aus Snackbar, Besprechungsräumen und Dachterrasse bestehen. Dort fanden in den Pausen bei Kaffee und Kuchen sehr anregende Diskussionen statt und es wurden viele neue Kontakte geknüpft. Beim Erfahrungsaustausch auf der Terrasse mit Blick auf die Dächer von Berlin sind viele neue Ideen entstanden. Insgesamt war die Veranstaltung durch die DOAG perfekt organisiert, angefangen vom Catering bis zum Shuttle-Service zum und vom Hotel, der sich darüber hinaus zur Überraschung als kleine Stadtrundfahrt entpuppte.
Ich hoffe, dass die DOAG die Berliner Expertenseminare auch zu anderen Themen fortsetzt. Es ist eine gelungene Kombination aus Fachvorträgen, Diskussionen und Erfahrungsaustauch zwischen Experten sowie gegenseitigem Kennenlernen und dabei Spaß haben. Ich kann jedem Interessenten nur empfehlen, sich rechtzeitig einen Platz in dieser Veranstaltungsreihe zu sichern.
Woher beziehen Sie Ihre Expertise in den Bereichen "Performance Forecast" und "Performance Firefighting"?
Meine wichtigste Quelle ist die praktische Arbeit als Consultant für große Konzerne und mittelständige Unternehmen gleichermaßen. Hier erfahre ich, wo "der Schuh drückt" und kann gleichzeitig neue Ideenvorschläge machen und diese in der realen Welt umsetzen. Der Rest besteht aus durchaus nüchterner Analysetätigkeit, Benchmarks in Testcentern von Hardware-Lieferanten oder im eigenen Mini-Labor und nicht zuletzt dem ständigen Erfahrungsaustausch mit Kollegen.
Was sind die größten Probleme, die ein Anwender in diesem Bereich bekommen kann und wie geht er damit um?
Das wohl größte Problem ist, wenn die Datenbank einen Zustand erreicht, so dass die Applikation nicht mehr funktionsfähig ist. Im Gegensatz zu anderen Incidents, ist das Performance-Problem in der Regel nicht durch einfache Maßnahmen, wie das Rückspeichern vom Backup, zu beseitigen. In vielen Unternehmen hängt der Workflow der betrieblichen Prozesse inzwischen von der Verfügbarkeit von Oracle-Datenbanken ab. Denken Sie an eine Bank, die nicht mehr handeln kann, oder an einen Automobilhersteller, dessen Endmontageband still steht. Am wichtigsten ist dann ein funktionierendes Incident Management. Zur Beseitigung des Problems muss sofort technische Expertise zur Verfügung stehen, das heißt, es müssen Personen am Problem arbeiten, die im Bereich Oracle-Performance gut ausgebildet und hinreichend erfahren sind. Dabei ist es egal, ob es sich um interne Mitarbeiter oder um externe, über zusätzliche Verträge bereitgestellte Leistungen handelt. Wichtig ist, dass sofort mit Problemanalyse und Lösungsfindung begonnen werden kann. Incident Management heißt auch, die Kommunikation zu anderen Bereichen im Unternehmen zu organisieren und andererseits den Mitarbeitern, die an der Problemlösung arbeiten den Rücken frei zu halten. Darüber hinaus ist eine offene Kommunikation innerhalb und zwischen den Abteilung sehr nützlich. Auch Performance-Probleme fallen nicht vom Himmel. Informationen über Veränderungen in der Datenbank selbst oder deren Umfeld können zu einer schnellen Aufdeckung der Ursache ohne Analyse führen.
Auf welche Dinge sollte ein Anwender beim Betrieb performanter Datenbanken besonders achten?
Einerseits sollte die Hardware des Datenbank-Servers vor der Systemeinführung über die geplante Laufzeit richtig dimensioniert werden. Mit Performance Tests oder Forecasts kann ein bedarfsgerechtes Sizing erstellt werden. Im laufenden Betrieb unterliegt die Oracle-Datenbanken vielen Veränderungen, die sowohl in das Change Management als auch in das Capacity Management einzuordnen sind. Aufgabe des Change Management ist es, vor dem Einspielen von neuen Releases nicht nur die Funktionalität, sondern auch die Performance zu testen. Das in Oracle 11g neue Feature "Database Replay" bietet die Möglichkeit, den produktiven Workload auf einem Testsystem unter den geänderten Bedingungen zu testen. Mit einem einfachen Performace Monitoring ist es bereits möglich, aufkeimende Performance-Probleme im Vorfeld zu erkennen und gar nicht erst entstehen zu lassen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Stabilität der SQL-Ausführungspläne. Hier können durch eine Doppelstrategie von Überwachung (Performance Monitoring) und dem Festsetzen von Plänen (SQL-Profile) sehr gute Ergebnisse erreicht werden. Das Erkennen und Verhindern von Hot Spots und Fragmentierungen sollte mit zu den täglichen Aufgaben des Administrators gehören. Performance-Probleme werden auch durch geteilte Ressourcen hervorgerufen, insbesondere im Bereich der I/O-Subsysteme. Für unternehmenskritische Datenbanken sollten Ressourcen exklusiv zur Verfügung gestellt werden.
Gibt es noch weitere Themen, die Sie als Vortrag anbieten können?
Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema "Oracle-Datenbanken auf virtuellen Servern" mit dem Schwerpunkt Performance. Im 4. Quartal 2009 wird darüber ein Vortrag verfügbar sein.