Stellungnahme der DOAG zur Zukunft von MySQL

  • Erstellt von wta
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Vor dem Hintergrund der Übernahme von Sun durch Oracle sind Diskussionen darüber entstanden, wie es mit der Open-Source-Datenbank MySQL weitergeht. Die DOAG hat dazu die Argumente der Anwender zusammengetragen.

 

Fakt ist: Die Bedeutung von MySQL im Internet-Umfeld ist enorm, während die Datenbank in unternehmenskritischen Lösungen sowie in den Bereichen "Very large Database (VLDB)" und Data Warehouse keine große Rolle spielt. MySQL wird von Applikationen und Programmiersprachen besser unterstützt als zum Beispiel PostGres, was eine Alternative für Entwickler zu MySQL darstellen könnte. Die Experten sind sich allerdings weitgehend einig, dass MySQL kurzfristig nicht vom Markt verschwindet. Es könnte gar nicht eingestellt werden, da es unter der GNU General Public License steht. Weil bestimmte Leute mit Sun unzufrieden waren, existieren bereits Forks, unter anderem vom MySQL Gründer (MariaDB). Ob das Produkt mittelfristig eine Chance hat, hängt im Wesentlichen von der allgemeinen Marktentwicklung und den zukünftigen Trends ab.
Die DOAG meint: "Es lohnt sich in jedem Fall, sich für MySQL einzusetzen. Oracle kann nun mit dem Vorurteil aufräumen, keine Open Standards zu benutzen beziehungsweise sich zu wenig an der Open-Source-Community zu beteiligen."

Fakt ist auch: MySQL ist in der Gruppe der Datenbanken im unteren Bereich angesiedelt, wo mit Standard Edition One und Standard Edition bereits Oracle-Produkte vorhanden sind, ebenso die Oracle Express Edition (Database XE) die wie MySQL kostenlos ist. Die genannten Produkte adressieren allerdings unterschiedliche Zielgruppen. Die bestehenden Oracle-Produkte ermöglichen einen guten Migrationspfad zu den großen Oracle-Datenbanken (Enterprise Edition, RAC etc.). Bei der Wahl von MySQL steht eine spätere Migration auf große Oracle-Datenbanken in der Regel nicht im Fokus.

Die DOAG schätzt die Situation folgendermaßen ein: "Nach unseren Erfahrungen stellt Oracle bei einer Übernahme ein Produkt nicht umgehend ein. Ein Ende von MySQL ist bei dem derzeitigen Verbreitungsgrad ohnehin so gut wie unmöglich."

Wie soll es mit MySQL weitergehen?

Die DOAG empfiehlt: "Oracle hat mit der Übernahme von MySQL die Chance, wieder in das Community Driven Development einzusteigen, das bereits mit Oracle Application Express (APEX) erfolgreich war. Dabei ist es allerdings erforderlich, für MySQL einen geordneten Support und eine klare Release- und Feature-Strategie zu etablieren. Für Oracle-Anwender bietet sich dann mit MySQL, Oracle Enterprise Linux und modularen Applikationsentwicklungs-Frameworks ein echtes Low-Budget-Paket an."