Nach dem Sieg von Google im Patentstreit gegen Oracle war klar, der Verlierer muss die Prozesskosten übernehmen. Daraufhin hatte Google in einem Schreiben seine Prozessausgaben akribisch aufgelistet und kam auf eine Summe von etwa vier Millionen US-Dollar. Knapp drei Millionen seien allein durch die Suche nach Dokumenten entstanden, argumentierte Google. Der zuständige Richter William Alsup ließ es nicht gelten und entschied nun, dass Oracle seinem Gegner „nur“ 1.130.350 Millionen US-Dollar zahlen muss. Der größte Teil dieser Summe wird James Kearl zugute kommen, der vom Gericht als Experte beauftragt wurde.
Um die Zahlung der Prozesskosten zu verhindern, versuchte Oracle, das Urteil als wegweisend darzustellen. Doch machte Alsup dem Datenbank-Experten einen Strich durch die Rechnung.
Zudem kündigte der Richter an, die Blogger und Journalisten, die auf der Gehaltsliste von Oracle und Google stehen und über das Verfahren berichtet hatten, nicht weiter zu verfolgen. Alsup hatte kürzlich beide Parteien dazu aufgefordert, diese zu nennen.
Oracle hatte im August 2012 ein Verfahren gegen Google angestrebt. Der Softwarekonzern sah in dem Betriebsystem Android sämtliche Verletzungen von Java-Patenten und –Urheberrechten. Mehrere Patente wurden vom US-Patentamt für ungültig erklärt, die restlichen von den Geschworenen. Daraufhin konzentrierte sich Oracle auf die Urheberrechtsverletzungen. Nachdem sich die Geschworenen in dieser Frage nicht einigen konnten, entschied Richter Alsup, dass keine Urheberrechtverstöße bestehen.


