Oracle reagiert auf Red Hats Ankündigung, keine öffentlichen Quellen von RHEL mehr anzubieten

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Nach vielen Unsicherheiten und offenen Fragen reagierten nun CIQ, Oracle und SUSE mit der Gründung einer neuen Open Enterprise Linux Association.

Im Netz entbrannte daraufhin schon eine rege Diskussion darum, welche Auswirkungen Red Hats Ankündigung auf binärkompatible Klone haben könnte.

Wie schon berichtet, sind Distributionen wie etwa Alma Linux, Oracle Linux oder Rocky Linux beliebt bei jenen, die die Kosten für das Abonnement und den Support von Red Hat vermeiden möchten oder ihn nicht benötigen. Die Klone sollen in der Regel als reibungsloser Ersatz zu Red Hat Enterprise Linux (RHEL) funktionieren.

Fraglich ist durch Red Hats Schritt, was dies für RHEL-Nachbauten wie Rocky Linux und Alma Linux hat und ob das das Abschließen eines Red Hat-Abonnements und die anschließende Freigabe der Quellen in eigenen Repositories möglich ist. Dort könnten dann andere auf die Quellen zugreifen. Ungekärt ist, ob derartige Mechanismen tatsächlich umsetzbar und juristisch haltbar sind.

Als Reaktion auf Unsicherheiten und offene Fragen reagierte Oracle mit der neuen Gründung einer neuen Association.

CIQ, Oracle und SUSE gründen Open Enterprise Linux Association für eine kollaborative und offene Zukunft

Oracle betont, seit 25 Jahren Teil der Linux-Community zu sein und das Ziel zu verfolgen, qualitativ hochwertigen, kostengünstigen Support für diejenigen zu liefern, die ihn benötigen.

Oracle hatte daher sich schon gemäß seiner Ankündigungen im Juli dazu bekannt, RHEL-kompatibel sein zu wollen, weil sie die Linux-Gemeinschaft nicht fragmentieren wollten.

Am 10. August gaben CIQ, Oracle und SUSE dann ihre Absicht bekannt, die Open Enterprise Linux Association (OpenELA) gründen zu wollen, eine Handelsvereinigung, die die Entwicklung von Distributionen unterstützt, die mit Red Hat Enterprise Linux (RHEL) kompatibel sind.

Die Entstehung von OpenELA entstand somit aus den vorhergegangenen Änderungen an der Verfügbarkeit von RHEL-Quellcode durch Red Hat. Als Reaktion darauf arbeiten CIQ, Oracle und SUSE nun zusammen, um Quellcode, Tools und Systeme über OpenELA für die Community bereitzustellen.

OpenELA kündigt an, Quellen bereitstellen zu wollen, die für RHEL-kompatible Downstreams notwendig sind, mit anfänglichem Fokus auf RHEL-Versionen EL8, EL9 und möglicherweise EL7. Das Projekt verpflichtet sich, die kontinuierliche Verfügbarkeit von OpenELA-Quellen für die Gemeinschaft auf unbestimmte Zeit zu gewährleisten.

Durch die Einladung anderer Organisationen und Community-Mitglieder, sich anzuschließen und aktiv beizutragen, versuche OpenELA einen robusten, von der Community getragenen Standard zu schaffen, der Unparteilichkeit und Ausgewogenheit im EL-Ökosystem gewährleistet. Die Kollaboration habe sich daher einer offenen und kollaborativen Zukunft verschrieben.

 

 

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