Gleich drei Keynote-Speaker geben die Neuigkeiten bekannt: Hasan Rizvi, Senior Vice President Oracle Fusion Middleware and Java, Adam Messinger, Vice President Development für Oracle Fusion Middleware, sowie Cameron Purdy, Oracle Vice President Development, teilen sich die Themen entsprechend auf. Gleich großen Applaus erntet die erste Ankündigung des Developer Previews vom JDK7 für Mac OS X. Mit einer kleinen Anspielung auf die zeitgleich nur wenige Kilometer entfernt stattfindende Präsentation des neuen Apple iPhones 4S unterstrich Hasan Rizvi die Bedeutung der Multi-Plattform-Fähigkeit von Java FX. In einer Demo zeigt eine Oracle-Mitarbeiterin ein in Java geschriebenes Spiel, das auf drei verschiedenen Tablet-PCs identisch abläuft: einmal unter Windows, dann unter Linux und zum Schluss unter Apple OS.
Ein immer wieder beliebtes Thema auf der Konferenz ist das Verhältnis zwischen Oracle und IBM. Während Oracle-Chef Larry Ellison den Konkurrenten immer wieder gerne verbal herausfordert, stehen die Java-Leute von Oracle der Firma IBM positiv gegenüber. Obwohl beide Firmen in Konkurrenz zueinander stehen, gibt es eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Community. So darf auch ein IBM-Mitarbeiter während der Keynote auf die Bühne kommen und eine Ankündigung aus den letzten Wochen wiederholen, dass Java 7 jetzt auch auf der IBM-Plattform verfügbar ist. Hasan Rizvi meint dazu folgerichtig: „Konkurrenz belebt das Geschäft“.
Adam Messinger stellt anschließend die JDK-Roadmap vor. JDK 8 – die Referenz-Implementierung von Java SE 8 – und Java FX 3.0 sollen demnach erst im Sommer 2013 kommen. Als Grund für den langen Zeitraum führt Messinger an, dass die Entwickler und Betreiber von Java keine schnellen Sprünge in den Versionen haben wollen. Da derzeit alle mit dem JDK 7 beschäftigt sind, ist keine Eile geboten.
Die nächste gute Nachricht: Java FX wird Open Source. Zunächst stehen schrittweise die Komponenten und Frameworks frei zur Verfügung, später will Oracle Java FX beim Java Community Process (JCP) als JSR einreichen. Java FX wird dann künftig zusammen mit Java SE ausgeliefert. Nachdem Java FX bisher ein eher stiefmütterliches Dasein fristet, liegt damit jetzt eine nachhaltige Strategie hinsichtlich Verfügbarkeit und Funktionsumfang vor. Apropos JCP: Ein Mitarbeiter von Twitter verkündet deren Beitritt zum JCP sowie zum Open JDK. Überhaupt kommt der JCP langsam wieder in Schwung, sodass auch hier wieder mehr Aktivitäten zu erwarten sind. Die neue Version Java FX 2.0 wurde übrigens bereits am Tag zuvor angekündigt.
Ein Bonbon gibt es auch bei Java ME: Die APIs von Java ME sollen künftig auf Java SE laufen. Zudem will Oracle mehrere JSRs für Java ME beim JCP stellen.
Cameron Purdy beendet den Reigen mit dem Thema „Java EE“ als Schwerpunkt für Plattform as a Service (PaaS), der mittleren Schicht einer Cloud-Architektur. Ebenfalls neu: Auf der JavaOne sind Preliminary Builds von GlassFish 4.0 zu sehen.
Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: NetBeans hat mittlerweile eine Million registrierte Entwickler.


