An diesem Tag war Larry Ellison nicht ganz auf dem Niveau von Sonntagabend. Der Oracle-Chef wirkte unsicher. Oft drehte er sich um, schaute sich die Folie an und las sie vor, als ob er sie gerne erst entdeckt hätte. Ab und an kam er leicht ins Stottern. Mit Witz und Selbstironie schafft er es zum Teil, dies zu kompensieren.
Angekündigt hat er an dem Tag die Oracle Social Relationship Management Suite. Diese ermöglicht nicht nur eine real-time Kollaboration über soziale Netzwerke innerhalb der Organisation anhand von Oracle Social Network (OSN), sondern auch Content für soziale Netzwerke zentral zu erstellen, publizieren und verwalten. Dies ist mit Oracle Social Marketing machbar. Mit Oracle Social Engagement und Monitoring Cloud Service ist zudem auch die Analyse der sozialen Netzwerke gewährleistet. So können Unternehmen ihre Kunden besser verstehen, adressieren und zeitnah auf ihre Bedürfnisse eingehen.
Wer Larry Ellison schon mal live erlebt hat, weiss, dass er bisher immer einem Mitarbeiter das Blättern seiner Präsentations-Folien überlassen hatte. Dies hat er immer mit einem „Next slide, please“ angekündigt. Doch das ist passé: In diesem Jahr bedient Larry Ellison die Fernbedienung selber. Deswegen waren seine ersten Worte, als er die Bühne betrat: „Es sieht gefährlich aus“. Nach der Kritik der vergangenen Jahre auf Twitter hätte es sich entschieden, die Fernbedienung selber zu tätigen. Mit diesem Bonmot holte sich der Oracle-Gründer den ersten Applaus.
In der abschließenden Demo analysierte Larry Ellison anhand der BI Suite mehr als fünf Milliarden Tweets, die während der diesjährigen Olympischen Spiele geschrieben wurden, um einen passenden Werbeträger für einen Autohersteller zu finden. Für Ellison war es die Möglichkeit, die Analyse- und Leistungsfähigkeiten von Big Data aufzuzeigen. Doch kurz leuchteten seine Augen, als er darauf aufmerksam machte, dass es sich um eine sehr komplizierte Abfrage handle, die in real-time stattfinde. Larry Ellison ist doch nur für Technologien zu begeistern...


