Bestens gelaunt tritt Larry Ellison vor das bis auf den letzten Platz gefüllte Auditorium. Man merkt ihm förmlich die Erleichterung an, als er verkündet, dass Fusion Applications nach sechs Jahren endlich allgemein verfügbar ist. Mit der Aussage, dass diese Software sowohl on-premise als auch in der Cloud verfügbar ist, leitet er geschickt auf die erste Neuankündigung über: die Oracle Public Cloud. Sie basiert auf der untersten Ebene auf Standard-basierte Datenbank- und Java-Services, darauf setzt dann Fusion Applications auf. Ellison sieht die Vorteile der Oracle Public Cloud darin, dass die Sicherheit über das Betriebssystem, die Datenbank und die Middleware abgebildet ist. „Unsere Software basiert zu hundert Prozent auf Standards. Deshalb kann man seine Applikation nehmen, in die Oracle Cloud kopieren, wieder in das eigene Rechenzentrum on-premise nehmen, in die Amazon Cloud verschieben – nur nicht zu saleforce.com, denn die sind proprietär. Hüte dich vor falschen Clouds!“, warnt der Oracle-Chef unter dem Beifall der Zuhörer.
Hinter der zweiten Neuankündigung – Oracle Social Network – verbirgt sich ein Collaboration-Tool für Fusion Applications. Larry Ellison scheint davon so begeistert zu sein, dass er die Demo persönlich vorführt, was er sonst seinen Mitarbeitern überlässt. Gut aufgelegt und stets mit Scherzen unterlegt führt er einen simulierten Arbeitsprozess vor. „Ich bin jetzt Sales-Mitarbeiter und mein Chef berichtet an seinen Chef und der an seinen Chef und der an Mark Hurd“, macht er sich unter dem Gelächter des Publikums selbst klein. Er stehe unter Druck, das Quartalsergebnis erreichen zu müssen, und versuche jetzt mithilfe der Software im Unternehmen Leute zu finden, die ihn dabei unterstützen. Die Demo switcht nun laufend zwischen der CRM-Applikation und den iPad hin und her, zwischendurch vergleicht er das aktuelle User-Interface von SAP R/3 mit einen 1960er Cadillac und schafft es zum Schluss tatsächlich, durch die Zusammenarbeit eines spontan per Oracle Social Network zusammengestellten Teams das Problem zu lösen und den Forecast sogar noch deutlich zu übertreffen. „Damit ist mein Job gesichert – zumindest für das nächste Quartal“, beendet er eine Spur selbstkritisch seine Keynote.


